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Nationalparkverwaltung montiert illegal aufgestellte Kreuze ab

"Fragwürdige Aktionen": Wer stellt im Bayerischen Wald Kreuze auf?

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München - Ärger im Nationalpark Bayerischer Wald: Seit einiger Zeit stellen Unbekannte dort immer wieder illegal Kreuze und Gedenktafeln auf. Die Nationalparkverwaltung ist empört und sieht das Kreuz missbraucht.

Glaubenszeugnis oder Dummejungenstreich? Im Nationalpark Bayerischer Wald gibt es Ärger um illegal aufgestellte Kreuze und Gedenktafeln. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) am Dienstag berichtete, werden von Mitarbeitern des Nationalparks auch in der Kernzone des Schutzgebiets regelmäßig illegale Markierungen und Denkmäler entdeckt. So seien nach Angaben der Nationalparkverwaltung gerade erst am Farrenberg im Kreis Freyung-Grafenau ein Kreuz an eine Felswand geschraubt und an der Felsengruppe "Drei Zwerge" ein Kreuz im Boden verankert worden.

Gleichzeitig entdeckten die Mitarbeiter des Nationalparks immer häufiger illegal frei geschnittene Wege, die teilweise auch markiert worden seien, so der BR. So sei ein Weg jüngst zum Beispiel durchgehend mit einem roten Herz gekennzeichnet worden. "Diese Aktionen sind kein Zeichen der Wertschätzung unserer Natur und Schöpfung gegenüber. Personen, die Kreuze oder Gedenktafeln aufstellen, handeln nicht nur gegen die geltenden Nationalparkregeln, sie beschädigen und stören mit ihrem Verhalten in erster Linie die unberührte Natur", sagte der Leiter des Nationalparks, Franz Leibl.

"Gläubige stellen Kreuze auf, Ungläubige lassen sie entfernen"

Im Fall des Kreuzes an den "Drei Zwergen" müssten die Aufsteller querfeldein gegangen sein, da kein Weg zu der Stelle führe. Damit hätten sie keinerlei Rücksicht auf die Rückzugsorte vieler seltener Tier- und Pflanzenarten genommen, so Leibl. Das Kreuz war den Angaben zufolge mit den Worten "Gläubige stellen Kreuze auf, Ungläubige lassen sie entfernen" beschriftet. Leibl sagte dazu: "Das Kreuz ist ein Symbol für Gott und für seine wunderbare Schöpfung. Wer sich mit dem Kreuz im Glauben verbunden fühlt, sollte auch das Ziel verfolgen, die Schöpfung zu bewahren sowie die Natur zu achten und sich nicht durch derartige fragwürdige Aktionen selbst zu verwirklichen." Durch das illegale Aufstellen von Denkmälern zeige man man nur das Gegenteil. Deswegen seien die Kreuze auch abmontiert worden.

Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde am 7. Oktober 1970 als erster Nationalpark Deutschlands gegründet. Seit einer jüngst erfolgten Erweiterung hat das Schutzgebiet an der Grenze zu Tschechien eine Größe von 24.850 Hektar. Zusammen mit dem benachbarten Böhmerwald gilt der Nationalpark als größtes Waldgebiet Mitteleuropas. (stz)

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