Geistlicher Begleiter von Schwester Faustyna mit Asteroid geehrt
Der geistliche Begleiter der heiligen Faustyna Kowalska wurde mit der Benennung eines Asteroiden geehrt. Die Ehrung für den Theologen und Seelsorger der polnischen Ordensfrau und Mystikerin, Michał Sopoćko (1888–1975), teilte die Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in ihrem jüngsten Bulletin (Oktober 2026) mit. Der Asteroid im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter trägt nun offiziell den Namen "(880193) Sopoćko". Zuvor wurden bereits Schwester Faustyna selbst sowie ihr Beichtvater, der Jesuit Józef Andrasz, mit Asteroidennamen geehrt.
Sopoćko war ein polnischer Priester und Professor für Theologie an der Stefan-Batory-Universität in Vilnius. Er gab 1934 das auf einer Vision Faustynas beruhende Gnadenbild von der Göttlichen Barmherzigkeit in Auftrag und förderte die Verehrung dieses Bildes. Die Schwester hatte auf seinen Rat hin ihre mystischen Erfahrungen in ihrem Tagebuch aufgezeichnet. Auf der Grundlage der Visionen entwickelte er eine Theologie der Barmherzigkeit Gottes. Sopoćko wurde 2008 seliggesprochen.
Weiterer Jesuiten-Asteroid
Die Zahl der Jesuiten im Asteroidengürtel steigt mit der aktuellen Benennungsrunde durch den 1956 geborenen Pater Józef Marian Maj weiter. Er war von 2009 bis 2015 stellvertretender Verwaltungsdirektor der Vatikanischen Sternwarte. Sein Asteroid trägt den Namen "(864997) Józefmaj". Mittlerweile sind über 50 Asteroiden nach Jesuiten benannt.
Die Benennung von Asteroiden ist ein mehrstufiger Prozess. Ein neuer Himmelskörper wird registriert, wenn er von einem Beobachter in zwei aufeinanderfolgenden Nächten beobachtet wird. Die Sichtungen müssen dann dem "Minor Planet Center" der IAU gemeldet werden, das eine provisorische Identifikationsnummer vergibt. Anschließend werden frühere Sichtungen von bislang unidentifizierten Himmelskörpern mit der neuen Sichtung abgeglichen; eventuelle Doppelungen werden zusammengeführt. Sobald aus den Daten eine genaue Umlaufbahn ermittelt werden kann, erhält der Asteroid eine permanente Nummer. Das Recht, einen Namen auszuwählen, kommt dem Forscher zu, der genügend Daten für die Berechnung des Orbits geliefert hat, also nicht notwendig dem ersten Entdecker. Der Namensvorschlag wird dann von der Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper geprüft und schließlich offiziell veröffentlicht.