Gleiche Arbeit, weniger Lohn
Der SkF verlangte zudem bessere sozial-, familien- und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen. 70 Prozent der erwerbstätigen Frauen seien in atypischen Arbeitsverhältnissen tätig.Mehr als die Hälfte der geringfügig Beschäftigten seien Frauen.
Dadurch wachse das Armutsrisiko besonders von Frauen mit Kindern, nach Trennung oder im Alter. Der Sozialverband verlangt unter anderem den Ausbau der Kinderbetreuung mit individuellen Betreuungszeiten, Wiedereinstiegsprogramme für Frauen, Teilzeitmodelle für Führungskräfte und familiengerechte Arbeitsbedingungen.
Weiter begrüßte der SkF das neue Gesetz zur vertraulichen Geburt als "guten Kompromiss". Nach der vom Bundestag Anfang Juni beschlossenen Regelung sollen Schwangere ihr Kind anonym entbinden können, ihm aber zugleich ermöglichen, seine Herkunft ab dem 16. Lebensjahr einzusehen.
Zwar sei die Regelung "nicht im gleichen Umfang niedrigschwellig" wie die Babyfenster und -klappen. "Aus unserer Sicht ist sie jedoch die einzige Möglichkeit, eine gesetzliche Regelung zu schaffen", so die SkF-Geschäftsführerin Gaby Hagmans.
Der 1899 gegründete SkF hat nach eigenen Angaben 10.000 Mitglieder in 146 Ortsvereinen. Der Verband mit Sitz in Dortmund ist in 25 von 27 deutschen Diözesen vertreten. Der SkF ist Träger von rund 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 36 Kitas, 34 Mutter-Kind-Einrichtungen und 31 Diensten der Kindertagespflege. Zudem unterhält der Verband 40 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, 35 Frauenhäuser, 22 Adoptions- und 37 Pflegekinderdienste. Fast 100 Ortsvereine arbeiten als Betreuungsvereine.