Grüne gegen Aufwertung islamischer Verbände
Das Vorgehen der Landesregierung soll die Durchführung des islamischen Religionsunterrichts im bevölkerungsreichsten Bundesland erleichtern. Durch Anerkennung als Religionsgemeinschaften könnten die islamischen Verbände diesen Unterricht nach ihren eigenen Vorstellungen ausrichten. Beck sagte, es könne nicht sein, dass NRW "solchen Organisationen Rabatt gibt, nur um ein eigenes Problem zu lösen". Die Verbände repräsentierten nur einen Bruchteil der Muslime.
Kritisch äußerte sich auch die Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes, Lamya Kaddor. "Gut, dass die Grünen aufgewacht sind", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger" am Dienstag. Sie warne seit mehr als zehn Jahren vor einer einseitigen Privilegierung konservativer islamischer Verbände. Es gehe um Vielfalt im Islam. "Die Muslime müssen dringend über inhaltliche Positionen streiten."
NRW hatte vor drei Jahren als erstes Bundesland den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht als ordentliches versetzungsrelevantes Unterrichtsfach an Grundschulen eingeführt, ein Jahr später auch an Schulen der Sekundarstufe eins. Für eine Übergangsphase bis 2019 ist ein Beirat für die Erstellung der Lehrpläne zuständig. (KNA)
21.11.2015, 12.38 Uhr: aktualisiert um das Papier der Grünen, das der KNA vorliegt