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Kirchenvertreter müssten stärker in Talkshows präsent sein

Haseloff: Habe Glaube zu DDR-Zeiten als Schutzraum empfunden

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Berlin - Als Katholik gehörte Reiner Haseloff in der DDR zur absoluten Minderheit. Der heutige Ministerpräsident Sachsen-Anhalts merkte schon früh, dass er dadurch einen Sonderstatus hatte. Er genoss aber auch einen guten Rückhalt.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat seinen Glauben zu DDR-Zeiten stets als eine Art Schutzraum empfunden. Das habe er in seiner Familie, aber auch in seiner Kirchengemeinde so gemerkt, sagte der katholische CDU-Politiker am Donnerstagabend in Berlin. Wenn man etwa als Schüler an Fronleichnam zu Hause geblieben sei, habe man gewusst, man werde "am nächsten Tag massakriert und kassiert eine schlechte Note". Da sei es gut gewesen, einen guten Rückhalt zu haben.

Der CDU-Politiker wünschte sich zudem, dass Kirchenvertreter stärker in Talkshows präsent sind. "Es fehlt im gesellschaftlichen Diskurs die Anwesenheit von Geistlichen", sagte Haseloff am Donnerstag in Berlin. Es fehle ihm das Mitdiskutieren. Haseloff: "Da sind wir raus". Es seien ja in Deutschland immer noch fast 50 Prozent christlich gebunden, so der Katholik.

"Die Kirchen müssen sich einmischen"

Ähnlich äußerte sich der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann. "Die Kirchen müssen sich einmischen", so der Grünen-Politiker, der ebenfalls katholisch ist. Dabei gehe es ihm nicht um tagespolitische Fragen. Kirche müsse aber bei grundsätzlichen Fragen "die Fahne hochhalten". Kretschmann und Haseloff äußerten sich bei einer Veranstaltung der Katholischen Akademie in Berlin.

Haseloff betonte weiter, ihm helfe der Glaube im politischen Alltag. Wenn er in manchen Situationen nicht diesen Halt gehabt hätte, wäre es für ihn teilweise unerträglich gewesen. Gebete und christliche Begleitung durch Seelsorger seien für ihn ein "existenzielles Nahrungsmittel", was ihn aufrecht erhalte.

Haseloff ist seit 2011 Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt und damit der dienstälteste Ministerpräsident Deutschlands. Zur Landtagswahl 2026 will der Politiker nicht erneut antreten. Zwischen 2016 und 2021 war der gläubige Katholik Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). (cbr/KNA)

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