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Christlich-muslimischer Theologenkreis setzt Friedenszeichen auf YouTube

Hasspredigten? Nicht von dieser Kanzel!

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Von der Kanzel
Bonn - In Predigten haben Hassbotschaften nichts verloren: Um das zu unterstreichen, haben christliche und muslimische Seelsorger eine Social-Media-Aktion gestartet. Auf YouTube zeigen sie, von welchen Kanzeln nur Frieden verkündet wird.

Unter dem Titel "Nicht von dieser Kanzel" haben christliche und muslimische Seelsorger auf YouTube zu Aktionen gegen Hassbotschaften aufgerufen. "Wir grenzen uns mit aller Deutlichkeit von jeder Hassbotschaft ab – besonders, wenn sie aus der Bibel oder dem Koran hergeleitet wird", heißt es unter dem Video des Theologenkreises Kamp-Lintfort. Sieben Seelsorger der katholischen, evangelischen, freikirchlichen und neuapostolischen Kirche sowie zweier Moscheen der nordrhein-westfälischen Stadt rufen Gemeinden dazu auf, eigene Statements unter #nichtvondieserkanzel hochzuladen.

Aus der mehr als 20 Jahre alten interreligiösen Gesprächsplattform sei der Wunsch entstanden, mit dem Video ein "deutlich sichtbares Zeichen für den Frieden zu setzen", teilte der Theologenkreis mit. Hass beginne immer mit Gedanken und Worten und die Religion trage für Kriege eine Mitverantwortung, wenn ihre Worte Hass säten. Deshalb sollten Predigende ihre Sprache reflektieren und sich für Worte entscheiden, die Mut, Liebe und Verständnis auslösen sollen. Es sei wichtig, dass in Moscheen und Kirchen keine Ausgrenzung oder Angst vor den anderen gepredigt werde. "Wir stehen für den Frieden ein und verkündigen ihn mit aller Kraft."

Die im Video geäußerten Ansichten seien ihre eigenen und die ihrer jeweiligen Ortsgemeinden, teilen die Imame, Pastoren, Pfarrer und eine Pastoralreferentin mit. Am Wochenende wurde das Video unter anderem auf der Synode des evangelischen Kirchenkreises Moers vorgestellt, wo auch eine Friedenserklärung verabschiedet wurde. Darin verpflichten sich die Gemeinden, sich an Friedensaktionen und -kampagnen zu beteiligen und eigene Aktionen zu initiieren. Die katholische Kirchengemeinde St. Josef bittet die Gläubigen im aktuellen Wochenzettel, das Video zu teilen und legt den Text der Botschaft in ihren Kirchen aus. (luk)

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Die Botschaft des Videos im Wortlaut:

"Wir sehen eine Welt voller Konflikte und Kriege. Oft wird gesagt, dass Religion für Kriege eine Mitverantwortung trägt und vielleicht ist da sogar was dran. Denn jeder Konflikt, jede Gewalt, jeder Hass hat seine Wurzel in Gedanken und Worten. Am Anfang stehen Worte, die Hass säen, erst dann kommt die hasserfüllte Tat.

Darum ist es wichtig, was unsere Worte sind, besonders auch unsere Worte als Predigende in Moscheen und Kirchen. Wir haben die Wahl: Predigen wir Worte des Friedens, der Liebe, der Annahme? Worte voller Mut, Worte, die herausfordern, aufeinander zuzugehen? Oder predigen wir Worte der Abgrenzung, Worte der Befürchtung? Worte, die dazu einladen, lieber vorsichtig und misstrauisch zu sein? Worte, die Menschen einteilen in 'wir' und 'die anderen'?

Wir haben uns entschieden, dass unsere Worte Mut, Liebe und Verständnis auslösen sollen. Und keine Angst, kein Gegeneinander, keine Intoleranz. Darum predigen wir von den Kanzeln unserer Kirchen uns Moscheen den Frieden. Wer auch immer etwas anderes predigen will, wer auch immer spalten will, statt zu vereinen, wer auch immer Grenzen aufbauen will, statt sie einzureißen, wer ein Gegeneinander will, statt ein Miteinander, dem sagen wir: 'Nicht von dieser Kanzel!'"

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