Heiliger Stuhl bekräftigt Engagement für Gleichberechtigung
Der Heilige Stuhl hat sich für gleiche Bezahlung und gleiche Chancen für Männer und Frauen ausgesprochen. In einer Stellungnahme anlässlich einer Online-Tagung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Dienstag und Mittwoch betonte der ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei der OSZE, Janusz Urbańczyk, dass der Heilige Stuhl überzeugt sei, dass der erste Schritt bei der Förderung der Gleichstellung sei, die Beteiligung von Frauen an allen "kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen" Aspekten des Lebens als wichtig zu erachten.
"Echte und authentische" Gleichheit zwischen Mann und Frau sollte sich daher auf konkrete und praktische Schritte fokussieren. Dazu gehörten Lohngerechtigkeit und der gleichberechtigte Zugang zu Ressourcen, Kapital und Technologie sowie der Schutz für arbeitende Mütter,Gerechtigkeit bei Karrierechancen und familiärer Verantwortung. Außerdem müssten für Frauen die gleichen bürgerlichen Rechte und Pflichten in demokratischen Staaten sichergestellt werden.
Gegen eine "Beseitigung des Geschlechterunterschieds"
Urbańczyk wies darauf hin, dass Gleichstellung nicht auf Statistiken und Quoten reduziert werden dürfe: Ein größerer Anteil von Frauen in Parlamenten, in der Arbeitswelt und anderen verantwortlichen Bereichen sei zwar ein Anzeichen einer besseren Beteiligung von Frauen. Die besonderen "moralischen und spirituellen Stärken", die Frauen zu dauerhaftem Frieden und Sicherheit beitrügen, müssten zudem anerkannt werden. Mit Papst Franziskus betonte der Vatikan-Diplomat, dass eine "Beseitigung des Geschlechter-Unterschieds" ein Problem, nicht eine Lösung darstelle. Gleichstellung stehe nicht im Widerspruch zu einer Komplementarität der Geschlechter.
Die "Dritte Konferenz zur Überprüfung der Gender-Gleichstellung" der OSZE tagtam Dienstag und Mittwoch in Wien. Die Konferenz berät den Fortschritt bei der Umsetzung des 2004 beschlossenen "OSZE-Aktionsplans zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern". Der Heilige Stuhl ist einer von 57 Mitgliedsstaaten der 1995 aus der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hervorgegangenen internationalen Organisation, die die Sicherung des Friedens und den Wiederaufbau nach Konflikten als Ziel hat.
Papst Franziskus beklagt in seiner jüngsten Enzyklika "Fratelli tutti" ("Alle Brüder"), dass die Gesellschaften auf der ganzen Welt noch lange nicht so organisiert seien, dass sie klar widerspiegelten, dass Frauen genau die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben wie die Männer. "Mit Worten behauptet man bestimmte Dinge, aber die Entscheidungen und die Wirklichkeit schreien eine andere Botschaft heraus", so der Papst. (fxn)