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Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" besteht seit einem Jahr

Hilfe per Anruf

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Eine Frau sitzt alleine und verzweifelt auf einer Treppenstufe
Bonn/Berlin - Seit mehr als einem Jahr berät das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" Betroffene und Fachkräfte. Bislang hat es 18.800 Beratungsgespräche gegeben und auch Kontakte über E-Mails oder im Chat-Forum. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) stellte am Montag in Berlin den ersten Jahresbericht vor. Insgesamt hatten die Mitarbeiter in den ersten zehn Monaten 47.504 Kontakte zu betroffenen Frauen.

Mit dem Angebot des Hilfetelefons können Frauen, denen Gewalt widerfährt, jederzeit vertrauensvolle Hilfe bekommen. Dies ist laut Schwesig ein einschlägiger Fortschritt. Nach wissenschaftlichen Studien sei der Bedarf weitaus größer als die Zahl der bisherigen Gespräche vermuten ließe. Nach Angaben des Ministeriums haben 35 Prozent der Frauen in Deutschland mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt erlitten. "Lediglich 20 Prozent suchen daraufhin auch Hilfe", betont Elisabeth Knaubert vom Sozialdienst Katholischer Frauen.

Offene Gewalt gegenüber Frauen ist in Deutschland kaum zu beobachten. "Doch im Privaten passieren Dinge, über die viele Frauen nicht reden wollen oder können. Einen Ausweg bieten ihnen caritative Angebote wie das Hilfetelefon", so Knaubert. 365 Tage im Jahr können Frauen allen Alters rund um die Uhr Hilfe finden. Sie können sich zu jeder Zeit anonym, kompetent und sicher beraten lassen. Ob Gewalt in der Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen oder Stalking - Mehr als 60 Beraterinnen stehen vor Ort zu Verfügung. Für viele Frauen sei der Anruf der erste, aber gleichzeitig auch komplizierteste Schritt, überhaupt aktiv zu werden: "Sich Hilfe zu holen, anstatt das Leid weiter mit sich selber auszumachen, ist für die Frauen eine schwere Angelegenheit", sagt Elisabeth Knaubert.

Auch Angehörige wenden sich an das Hilfetelefon

Dass die Zahl der Betroffenen dabei so vielfältig ist, wie deren Probleme, weiß Bereichsleiterin Knaubert: "Es melden sich Frauen, die in ihrer Partnerschaft misshandelt werden, die Opfer von Menschenhandel sind oder die zur Prostitution gezwungen werden." Aber auch Angehörige könnten bei Beratungsstellen Hilfe finden. "Angehörige fühlen sich hilflos und wissen nicht, wie sie einschreiten können. Wir können direkt auf die Probleme eingehen und Fragen beantworten."

All diese Menschen vermittelt das Team um Knaubert an Hilfsstellen vor Ort weiter. "Wir arbeiten mit vielen caritativen Einrichtungen zusammen. Angefangen von Ärzten und Psychologen, bis hin zu Frauenhäusern." So könne gezielt geschaut werden, welche Art von Hilfe nötig ist. Denn kein Problem ist wie das andere. Und oft brauchen die Frauen eine individuelle Seelsorge.

Trotz vieler Berufsjahre und zahlreicher Erfahrungen – ein Geheimrezept gibt es auch für Elisabeth Knaubert nicht. "Wir wollen den Frauen in erster Linie Schutz bieten und ihnen zeigen, dass jemand für sie da ist. Das ist der erste Schritt, um überhaupt Vertrauen aufzubauen." Erst dann könne gemeinsam entschieden werden, was zu tun ist und welche Schritte sinnvoll sind. Projekte wie das Hilfstelefon helfen Frauen, die Gewalt erfahren haben, neuen Mut zu fassen. "Auch wenn es schwer fällt, wir helfen auch in zunächst aussichtslosen Momenten." (mit Material von KNA)

Von Anna Eckart

Hinweis

Das Telefon mit der kostenfreien Telefonnummer 08000/116016 und der Webseite www.hilfetelefon.de wird nach Ministeriums-Angaben bei Fragen zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen genutzt. Betroffene können 24 Stunden am Tag anrufen und zu den Beratungsstellen vor Ort weitervermittelt werden.

Seelsorge von A bis Z: Frauenseelsorge

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