Suche
Lucian Hölscher über den Umgang mit der Gesellschaft

Historiker rät Kirchen zu Neupositionierung

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Bunter Wetterhahn vor blauem Himmel
München - Die Gesellschaft als unbestellter Acker und Missionsgebiet? Oder doch als Markt auf dem die Frohe Botschaft nur als Produkt verkauft wird? Beides falsch, sagt Historiker Lucian Hölscher.

Der Bochumer Historiker Lucian Hölscher (69) rät den beiden großen Kirchen zu einer Neupositionierung gegenüber der modernen Gesellschaft. "Die Kirchen wissen nicht, was sie an dieser säkularen Gesellschaft haben und wie sie sich zu ihr verhalten sollen", schreibt der frühere Professor für Neuere Geschichte am Freitag in der "Süddeutschen Zeitung".

Die Kirchen sollten die Gesellschaft keinesfalls als Missionsgebiet im alten Sinn eines unbestellten Ackers betrachten, rät der Wissenschaftler. Aber auch die moderne Vorstellung eines Marktes, auf dem die Kirchen ihre frohe Botschaft lediglich als Produkt anpreisen und Kunden an sich binden, bringe nicht weiter.

Die Kirchen sollten sich vielmehr als Dialogpartner verstehen, zumal auch viele säkulare Menschen die ethischen Orientierungshilfen der Kirchen schätzten. Umgekehrt habe auch die säkulare Gesellschaft den Kirchen etwas zu geben: Mit ihren selbst gesetzten Normen und Ansprüchen, etwa zu Menschenrechten oder zum Klimaschutz, fordere sie die Kirchen heraus und treibe sie dazu an, ihre Traditionen zu überdenken. (KNA)

kna-katholisch-swarm-node3 (0.014s)