Jugendliche rufen zu Offenheit für Flüchtlinge auf
"Ein direkter Kontakt mit Muslimen ändert unsere Einstellung", sagte Frere Alois, dessen Gemeinschaft in Taize laut eigenen Angaben elf Muslime aus dem Sudan und Afghanistan aufgenommen hat. Gemeinsam mit den Muslimen sollten die Christen immer wieder betonen, dass man sich niemals auf Gott berufen könne, um Gewalt zu rechtfertigen.
Prior: Genügsamkeit trägt zum Frieden bei
Angesichts der Konflikte und der Gewalt weltweit rief der Prior die Jugendlichen auf, für den Frieden zu beten. Weiter bat er sie, verantwortlich mit der Schöpfung umzugehen. Jeder Einzelne könne mit einem genügsamen Lebensstil zu einer Zukunft in Frieden beitragen. Europa solle "in all seiner Vielfalt" wachsen, sagte Frere Alois weiter. Dazu gehöre auch mehr Solidarität mit anderen Kontinenten. Die Taize-Gemeinschaft plant laut Angaben des Priors, im Februar mit zunächst zwei Brüdern eine Niederlassung in Kuba zu gründen.
Seit Montag halten sich rund 25.000 junge Christen aus 52 Staaten zu Gottesdiensten, Gebeten und Diskussionen in Valencia auf. Angesichts von Syrienkrieg, Flüchtlingsströmen und Ukrainekrise steht der Einsatz für Solidarität und Barmherzigkeit im Mittelpunkt des Treffens. Die ökumenische Taize-Bruderschaft im südlichen Burgund veranstaltet seit 1974 regelmäßig Jugendtreffen in allen Teilen der Welt. Jährlich findet zudem über Silvester in einer europäischen Großstadt ein Taize-Treffen statt. Das nächste Treffen soll vom 28. Dezember 2016 bis zum 1. Januar 2017 im lettischen Riga stattfinden.
Ob Naturkatastrophen, Armut oder Terror: Täglich verlassen Menschen ihre Heimat, um anderswo ein neues, ein besseres Leben zu beginnen. Die Flüchtlinge kommen auch nach Deutschland. Das bedeutet eine große Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Kirche.