Kampf gegen die Armut
Die Bischöfe legen in ihrem Schreiben einen besonderen Akzent auf den internationalen Handel. Sie betonen, dass dessen Regeln "dem universalen Gemeinwohl der ganzen Menschheitsfamilie und den besonderen Bedürfnissen der verwundbarsten Nationen dienen" müssen.
Die G8-Staaten sind die größten Industrienationen der Welt. Neben Deutschland gehören der Gruppe die USA, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Russland an.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise mache aus Sicht der Bischöfe ein größeres Engagement gegen die Steuerflucht sowie für transparente und besser regulierte Finanzmärkte notwendig. Von den beim Gipfel versammelten Staats- und Regierungschefs fordern die Bischöfe gemeinsame Schritte hin zu einer effektiven und gerechten Ordnung des internationalen Finanzwesens.
Demokratie verlangt Transparenz
Mit Blick auf die weltweite Entwicklung der Demokratie stellen die Bischöfe fest: "Die Menschenwürde fordert Wahrheit, und Demokratie verlangt Transparenz." Zivilgesellschaftliche und religiöse Organisationen seien auf verlässliche Informationen angewiesen, um die Politik konstruktiv-kritisch begleiten zu können.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch erklärte dazu: "Die großen Wirtschaftsmächte haben außerordentliche Möglichkeiten, die Ordnung der Weltwirtschaft und des globalen Finanzwesens zu beeinflussen und zu steuern." Deshalb stünden sie in einer besonderen Verpflichtung, die Interessen der Ärmsten, Schwächsten und Geringsten dieser Welt mit zu bedenken. (bod)