Kardinal Marx würdigt verstorbenen Politiker Hubert Aiwanger
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich bestürzt über den Tod von Hubert Aiwanger (Freie Wähler) gezeigt. Der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Bayerns war am Mittwochabend tot in einem Berliner Hotelzimmer aufgefunden worden. Der plötzliche und unerwartete Tod von Aiwanger habe ihn, wie so viele Menschen in Bayern und darüber hinaus, sehr betroffen gemacht, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme des Erzbischofs von München und Freising.
Der Freie-Wähler-Chef war laut Marx ein Ausnahmepolitiker, ein durch und durch politischer Mensch, der sich mit Leidenschaft für seine Überzeugungen eingesetzt habe. "Er war meinungsstark und suchte die öffentliche Debatte. Dass er damit anecken konnte, nahm er in Kauf, aber er hat sich in der politischen Öffentlichkeit vor allem nicht verbiegen lassen." Aiwanger habe sich auf der Grundlage eines festen Wertefundaments engagiert, so der Kardinal. Dies sei aus der Überzeugung heraus geschehen, nah an den Menschen zu sein, für die er Politik gemacht habe.
Nachhaltige Spuren hinterlassen
Mit seinem politischen Wirken habe der Politiker nachhaltige Spuren hinterlassen, erklärte Marx. Er habe Bayern und seine politische Landschaft geprägt und auch verändert. Für die Kirche sei der stellvertretende bayerische Ministerpräsident "ein geschätzter Partner und ein kritischer Begleiter" gewesen: "Für die Begegnungen, die ich mit Hubert Aiwanger hatte, und seine kirchliche Verbundenheit bin ich sehr dankbar."
Unterdessen hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Trauerbeflaggung aller staatlichen Dienstgebäude in Bayern für den heutigen Donnerstag sowie für den noch nicht bekannten Tag der Beisetzung angeordnet.