Kasper: Christen ducken sich "oft feige weg"
Der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper hat nach eigenen Worten "keine Angst vor der Islamisierung Europas". Angst habe er vor "der Schwäche der Christen in Europa", sagte Kasper am Samstag bei einem Festgottesdienst im bayerischen Kloster Andechs. "Wenn wir unseren christlichen Glauben überzeugend leben würden, dann würde er von selbst auf viele Neuankommende ansteckend ausstrahlen." Stattdessen duckten sich Christen "oft feige weg".
Kasper stolz auf Hilfsbereitschaft
Der Kardinal würdigte das Engagement vieler Deutscher in der Flüchtlingshilfe. Er sei stolz darauf, dass sich bis heute so viel Hilfsbereitschaft zeige "und die Christen an vorderster Front dabei sind". Dies sei "ein Gütesiegel der Kirche in Deutschland". Barmherzigkeit sei "die einzig gültige Kennkarte des Christen". Angesichts des wachsenden geistlichen Notstands in Europa müssten Christen "Orientierung, Licht, Trost, Rat, Freude ausstrahlen".
Kasper äußerte sich beim traditionsreichen Dreihostienfest, das eng mit der Wallfahrt auf den Heiligen Berg in Andechs verbunden ist. Im 12. Jahrhundert waren drei gesegnete Hostien dorthin gelangt, die auf Päpste früherer Jahrhunderte zurückgehen sollen und seither zum Andechser Klosterschatz zählen. (KNA)
Die Flüchtlingskrise fordert Staat, Gesellschaft und Kirchen mit ganzer Kraft heraus. Auch die katholische Kirche in Deutschland engagiert sich umfangreich in der Flüchtlingsarbeit. Weitere Informationen dazu auf der Themenseite "Auf der Flucht".