Katholische Unternehmer: CDU darf nicht mit AfD zusammenarbeiten
Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) warnt die CDU vor jeglicher Zusammenarbeit mit der AfD. "Solche Bündnisse würden den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden", sagte der Vorsitzende Ulrich Hemel am Montag in einer Mitteilung des Verbands. Eine Partei wie die AfD, die einen "völkisch-autoritären" Politikansatz verfolge, stehe sowohl einer offenen Gesellschaft als auch einer globalisierten Wirtschaft entgegen.
Weiter heißt es, dass eine Politik gegen Menschen aus anderen Ländern, die in Deutschland heimisch geworden und vielfach wertvolle Mitarbeiter in Unternehmen seien, dem christlichen Menschenbild widerspreche. "Auch künftig benötigen wir zur Stabilisierung unseres Arbeitsmarktes Zuwanderung", betont Hemel. Diese werde ausbleiben, wenn Menschen Angst vor rassistischen oder ethnischen Anfeindungen haben müssten. Für den BKU bleibe Europa ein Friedensprojekt, das nicht durch Nationalismus und Protektionismus gefährdet werden dürfe. Eine Politik der Abschottung, wie sie die AfD wolle, sei nicht nur wirtschaftsschädigend, sondern gefährde auch den Frieden, so der BKU.
Ziemiak: Koalition für "aufrechte Christdemokraten" ausgeschlossen
Vergangene Woche hatten 17 Thüringer CDU-Politiker nach der Landtagswahl in dem ostdeutschen Bundesland ihre Partei in einem Schreiben dazu aufgerufen, Gespräche über eine mögliche Regierungskoalition mit der AfD nicht grundsätzlich abzulehnen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak schloss daraufhin eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus. Für ihn sei es "zweifelsfrei klar, dass es im Verhältnis zwischen Union und AfD nur klare Kante und schärfste Abgrenzung geben kann", schrieb Ziemiak am Wochenende in einem "Spiegel"-Gastbeitrag. Koalitionen oder irgendeine andere Art der Zusammenarbeit seien für "aufrechte Christdemokraten" ausgeschlossen.
Der BKU ist ein freiwilliger Zusammenschluss katholischer Unternehmer und versteht sich als deren Stimme in Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Politik. Gegründet wurde der Verband 1949. (mal)