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Christof Haverkamp über die Terrormiliz "Islamischer Staat"

Kein Grund für Islamfeindlichkeit

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Schachfigur
Bonn - Christof Haverkamp über die Terrormiliz "Islamischer Staat"

Vom Völkermord an Christen im Nahen Osten erfahren deutsche Zeitungsleser, Fernsehzuschauer und Internetnutzer nur hin und wieder etwas. Die Nachrichten über die Terrormiliz Islamischer Staat und deren Kalifat des Schreckens führen auch zu einer abgestumpften Wahrnehmung, zu Gleichgültigkeit. Daher ist es gut, dass die Patriarchen der syrisch-orthodoxen und syrisch-katholischen Kirche kürzlich erneut an die Verfolgung und systematische Vertreibung von Christen aus dem Nordirak erinnert haben.

Hier ist Kirche in Not. Ganze Glaubensgemeinschaften mit Jahrtausende alter Tradition werden bald nicht mehr existieren - und allzuleicht nimmt die Gesellschaft, nehmen Politiker im Westen diesen Exodus der arabischen Christen achselzuckend hin. Auch Abgeordnete, die im Europäischen Parlament eine Resolution zur Christenverfolgung einbringen wollen, haben es oft schwer. Das muss sich dringend ändern. Und es ist geboten, den IS mit militärischen Mitteln zurückzudrängen.

Doch eines darf nicht passieren: aus Islamphobie heraus gleich sämtliche Muslime in Misskredit zu bringen, wie es zum Beispiel in AfD-Kreisen geschieht. Diese pauschale Haltung ist auch sachlich falsch. Zwar sind gerade islamische Staats- und Religionsführer gefordert, religiös motivierte Gewalt zu ächten. Aber zu den Opfern des IS gehören vor allem Muslime. Es sind sogar die meisten, Schiiten vor allem, aber auch Sunniten. Die Tragödie der Christen im Nahen Osten eignet sich nicht für anti-islamische Ressentiments. Zumal die Terrormiliz IS nicht allein Kirchen und Klöster zerstört, sondern ebenso Moscheen. Nicht vergessen sollte man auch, dass in Syrien bis zum Ausbruch des Krieges kaum größere Probleme zwischen den Anhängern verschiedener Religionen bestanden.

Kurz: Im Kampf gegen islamistische Terroristen und Extremisten sollten friedliebende Muslime und Christen zusammenstehen. Werte wie Religionsfreiheit und Minderheitenschutz sind unteilbar, sie müssen überall gelten.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.

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