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Bischöfe lehnen Militäreinsatz in Syrien vorerst ab

Keine Beweise, kein Täter, kein Ziel

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Robert Zollitsch, Freiburger Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz
Bonn - Weil der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien noch nicht hinreichend bewiesen sei, lehnen die deutschen Bischöfe einen Militärschlag gegen das Assad-Regime weiterhin ab. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, ließ am Mittwochabend verlauten, dass der Chemiewaffeneinsatz international einen berechtigten Aufschrei der Empörung ausgelöst habe.

Allerdings könne kein Militärschlag legitim sein, solange nicht durch eindeutige Fakten untermauert sei, wer die Chemiewaffen eingesetzt habe. "Sodann muss berücksichtigt werden, dass eine erstrangige Verantwortung für eine Reaktion auf das Massaker beim Weltsicherheitsrat liegt", sagte der Erzbischof.

Alle Mittel ausgeschöpft?

Zudem frage Zollitsch sich, welches Ziel die USA, Großbritannien und Frankreich mit einem Militärschlag verbinden und ob tatsächlich alle nicht-militärischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, um den Chemiewaffen-Einsatz zu bestrafen und künftige Giftgas Attacken zu verhindern. "Dabei muss auch gefragt werden, ob ein Militärschlag nicht möglicherweise zu einer ungewollten Eskalation der Kriegshandlungen führen wird."

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Papst Franziskus während der Kreuzwegs am Karfreitag 2013.

Auch Papst Franziskus hatte am Sonntag vor vorschnellen Schuldzuweisungen gewarnt und die Konfliktparteien in Syrien gleichzeitig zu einer friedlichen Einigung aufgerufen: "Nicht der Kampf, sondern die Fähigkeit zu Begegnung und Dialog" eröffne hoffnungsvolle Perspektiven für eine Lösung der Probleme, sagte Franziskus während seines Angelus-Gebets auf dem Petersplatz.

Zugleich forderte der Papst die internationale Gemeinschaft auf, ihre Bemühungen um Frieden zu verstärken. Sie müsse sich "sensibler gegenüber der tragischen Situation" des Landes zeigen und alle Anstrengungen unternehmen, um ein Ende des Kriegs herbeizuführen. Zudem versicherte er den Opfern des Konflikts seine Solidarität zu.

Regierung un Rebellen schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hatte den Einsatz von Giftgas zunächst bestritten. Mit Videos wollen Assad-Gegner jedoch das Gegenteil bewiesen haben. Mittlerweile räumen auch Regierungsvertreter ein, dass Giftgas eingesetzt worden ist. Seitdem schieben sich Regierung und Rebellen gegenseitig die Verantwortung zu.

Die USA, Großbritannien und Frankreich erwägen nun, militärisch in den syrischen Konflikt einzugreifen. Das US-Militär prüft Optionen für Luftangriffe, die Flottenpräsenz im östlichen Mittelmeer wird verstärkt. Präsident Barack Obama sei von der Schuld der Assad-Regierung überzeugt und hat sich in einem Fernsehinterview in der Nacht zu Donnerstag für einen Angriff ausgesprochen. Er habe sich jedoch noch nicht endgültig entschieden. (mir/gho/dpa/KNA)

Gerechter Krieg - gerechter Friede

Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien ist die alte Frage wieder aktuell geworden, wann ein Krieg gerecht oder sogar ethisch geboten ist. "Nein", sagt der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Denn nach christlicher Lehre dürfe der Waffeneinsatz nicht mehr Schaden anrichten, als er beseitigen wolle. Zum Artikel

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