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Belgische Bischöfe entsetzt über Schießerei von Brüssel

Keine Rechtfertigung

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Im Vordergrund steht unscharf ein Polizisit, im Hintergrund stehen Ärzte in Schutzanzügen vor einem Krankenwagen.
Brüssel - Die belgischen Bischöfe haben sich entsetzt über die Schießerei im Jüdischen Museum von Brüssel geäußert. In einer am Sonntag auf der Internetseite "info.catho.be" veröffentlichten Erklärung erinnerten sie daran, dass sich Papst Franziskus derzeit in Begleitung von Vertretern von Judentum und Islam im Heiligen Land aufhalte.

Im Amman in Jordanien habe er einen neuerlichen Appell zum interreligiösen und interkulturellen Dialog gestartet. In diesem Sinne des Papstes riefen auch sie zum interreligiösen und interkulturellen Dialog in Belgien auf. Gewalt sei nie zu rechtfertigen, erst recht nicht aus vermeintlich religiösen Motive, so die Bischöfe.

Motiv unbekannt

Am Samstagnachmittag war ein Mann in das Museum im Stadtzentrum Brüssels eingedrungen und hatte wahllos um sich geschossen. Anschließend flüchtete er mit einem vor dem Gebäude geparkten PKW. Augenzeugen notierten das Kennzeichen. Der Täter ist offenbar weiter flüchtig. Ein möglicher Tatbeteiligter wurde noch am Abend festgenommen und verhört - die belgischen Behörden haben Mann am Sonntag freigelassen. Laut Funkhaus Europa geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. Die Person soll sich nach der Schießerei rasch zu Fuß vom Museum entfernt haben.

Vier Menschen wurden getötet, nach nach Angaben des israelischen Außenministeriums handelt es sich dabei unter anderem um ein israelisches Touristenpaar. Der schwerverletzte Mitarbeiter des Museums sei in der Nacht zum Sonntag seinen Schussverletzungen erlegen, berichtete der Sender RTBF.

Die Hintergründe der Bluttat waren auch am Sonntagmorgen noch unklar. Innenministerin Joelle Milquet wollte einen möglichen antisemitischen Hintergrund weder bestätigen noch ausschließen. Der Präsident des Israelitischen Zentralrates Belgiens, Julien Klener, erklärte, es habe zuletzt keine Drohungen gegen das Museum gegeben. Normalerweise gelten jüdische Einrichtungen in Belgien als gut bewacht.

Vertrauen in belgische Behörden

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums sprach den belgischen Behörden für die Aufklärung sein Vertrauen aus. Zugleich erklärte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, die Tat von Brüssel sei Ergebnis einer "permanenten Anstachelung zum Hass" gegen Juden und gegen Israel. Ständig würden Verleumdungen und Lügen gegen Israel verbreitet, während zugleich "Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mordtaten in unserer Region systematisch ignoriert" würden.

Politiker und Repräsentanten des Judentums im In- und Ausland äußerten sich bestürzt über die Bluttat. Auch wenn noch Informationen über die Hintergründe fehlten, sei man sich über die "permanente Bedrohung jüdischer Ziele in Belgien und ganz Europa" bewusst, erklärte der Vorsitzende des Europäischen Jüdischen Kongresses, Moshe Cantor. Der Vorfall sei "ein klares Beispiel, wohin Hass und Antisemitismus führen". "Europäische Regierungen müssen eine klare Botschaft der Null-Toleranz gegen jede Manifestation von Antisemitismus aussenden." (mir/KNA)

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