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Diskussionsprozess zur Ökumenischen Sozialinitiative wurde abgeschlossen

Kirchen fordern radikales Umdenken

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Berlin - Der Diskussionsprozess zur Ökumenischen Sozialinitiative ist beendet. Zum Abschluss fordern die beiden Kirchen, dass das heutige Wirtschaften nicht auf Kosten künftiger Generationen gehen dürfe - auch wenn der eigene Lebensstandard dadurch sinkt.

Anlass war der Abschluss eines Diskussionsprozesses über die Ökumenische Sozialinitiative, die die beiden großen Kirchen in Deutschland 2014 angestoßen hatten. In dem Sozialwort forderten sie die Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft. Es ist die Fortschreibung des Papiers "Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft" aus dem Jahr 1997, das eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst hatte.

Armut und Fluchtursachen bekämpfen

Bei einer Pressekonferenz am Freitag sagten Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, es müsse eine Wirtschaftsform zu entwickelt werden, "die künftigen Generationen, die heute in anderen Teilen der Welt leben, die gleichen Lebenschancen einräumt wie uns selbst".

Armut und Fluchtursachen müssten bekämpft und der Raubbau an der Natur gestoppt werden, hieß es weiter. Das sei die derzeit wichtigste gesellschaftliche Aufgabe. Die Sicherung des gegenwärtigen Lebensstils sei dem unterzuordnen, besonders dann, wenn sie auf Kosten der folgenden Generationen gehe. "Unternehmen, die die ökonomische, soziale und ökologische Verantwortung ernst nehmen", verdienten besondere Unterstützung.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx und der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx und der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

"Seit langer Zeit weisen wir als Kirchen auf die Dringlichkeit der Überwindung weltweiter Armut sowie der Ursachen für Terror und Krieg hin. Nun werden die Konsequenzen weltweiter Not durch die globalen Flüchtlingsbewegungen in unserem eigenen Land sichtbar", sagte Bedford-Strohm.

Diskussionsprozess im Internet

Bei der Pressekonferenz stellten die beiden Kirchen auch eine "Gemeinsame Feststellung zur Ökumenischen Sozialinitiative" vor, die die Diskussionen über die Sozialinitiative zusammenfasst. Darin heißt es, durch die Debatte seien einige der Thesen noch deutlicher herausgestellt worden.

Die Sozialinitiative war im Februar 2014 veröffentlicht worden. Daran angeschlossen hatte sich ein online-gestützter Diskussionsprozess, der über die Website http://www.sozialinitiative-kirchen.de/ organisiert wurde. (gho)

Linktipp: "Gemeinsame Feststellung" im Wortlaut

Lesen Sie den vollständigen Texte der Gemeinsamen Feststellung zur Ökumenischen Sozialinitiative unter dem Titel "Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft" auf der Homepage der Deutschen Bischofskonferenz.

Zur Website
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