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Bundestagspräsident kritisiert CSU-Vorschläge

Lammert gegen Bevorzugung christlicher Zuwanderer

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Mann schreibt an Tafel
Berlin - Für den Bundestagspräsidenten sind die Kirchen in der Flüchtlingsdebatte eine wichtige Stimme. Christen bei der Aufnahme zu bevorzugen, sei aber unzulässig - und das nicht nur aus politischen Gründen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sich gegen Vorschläge aus der CSU gestellt, Christen bei der Zuwanderung zu bevorzugen. Bei Menschen, die keine Flüchtlinge seien, dürften zwar Auswahlkriterien angewandt werden, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese richteten sich "in der Regel aber nicht an der Religionszugehörigkeit oder der Abstammung aus bestimmten Kulturräumen" aus, sondern an der beruflichen Qualifikation.

Lammert: Kirchen sollen sich an Debatte beteiligen

Bei Flüchtlingen sei die Auswahl oder bevorzugte Behandlung einzelner Gruppen "schon aus völker- und verfassungsrechtlichen Gründen nicht möglich", fügte der Parlamentspräsident hinzu. Die Beteiligung der Kirchen an der Flüchtlingsdebatte bezeichnete Lammert als "ausdrücklich erwünscht". Hohe Geistliche beider christlicher Kirchen in Deutschland hatten die jüngsten CSU-Vorschläge zur Begrenzung der Zuwanderung scharf kritisiert.

Unterdessen dankte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) den beiden großen Kirchen für ihren Einsatz in der Flüchtlingskrise. Ihm sei bewusst, dass die Kirchen und viele ihrer Mitglieder bei der Aufnahme von Flüchtlingen einen großen Beitrag geleistet haben, sagte Weil am Mittwochabend beim Jahresempfang des katholischen Büros Niedersachsen.

Stephan Weil: Kirche vermittelt Werte

In Niedersachsen seien die Kirchen ein "tragender Pfeiler" des Bündnisses "Niedersachsen packt an". Mittlerweile sei "fast das ganze verfasste Niedersachsen" mit mehr als 300 Verbänden Mitglied des Bündnisses. Auch die Bedeutung der Kirche als Organisation, die Werte vermittele, sei heute "so hoch wie schon lange nicht mehr". (KNA)

Linktipp: Weder christlich noch sozial

Laut CSU sollen Zuwanderer aus dem "christlich-abendländischen Kulturkreis" Vorrang haben. Mit der Sorge um das Christentum kann der Vorschlag aber nichts zu tun haben, glaubt Felix Neumann. Er vermutet andere Motive.

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