Lindner will Lebenspartnerschaften bei Freunden
Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner will Ehe und homosexuelle Lebenspartnerschaft um ein drittes Modell ergänzen. "Wir werden im Zuge des demografischen Wandels ganz neue Lebensmodelle bekommen", sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).
"Warum sollten zwei Witwen, die eng miteinander befreundet sind, keine Lebenspartnerschaft eingehen?" Mit einer solchen "Verantwortungsgemeinschaft" könnten Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen, auch rechtlich abgesichert werden.
"Heute ist es doch so: Wenn die eine im Krankenhaus ist, kann sich die andere bei den Ärzten nicht über den Zustand der Freundin erkundigen", sagte Lindner. "Wir müssen eine Rechtsform schaffen, die solche besonderen Freundschaften absichert. Eine Art Wahlverwandtschaft."
Lindner: Tätigkeit ausländischer Imame einschränken
Des weiteren forderte der FDP-Parteichef im Interview, die Tätigkeit ausländischer Imame einzuschränken. "Wir müssen vor allem stärker kontrollieren, was in den Moscheen gepredigt wird", sagte Linder. Er begrüße es, wenn sich die Muslime organisierten. Es müsse aber transparent sein, welche finanziellen und organisatorischen Verbindungen es ins Ausland gebe. Es dürfe nicht sein, "dass Imame tätig sind, die nur für kurze Zeit aus der Türkei entsendet werden, von dort bezahlt werden und kaum Deutsch sprechen", so Lindner.
Mit Blick auf die Burka-Debatte befürwortet Lindner ein teilweises Verbot der Vollverschleierung: "Im Gericht, auf dem Amt oder in der Schule muss die Burka abgelegt werden", sagte der FDP-Chef. "Wie das darüber hinaus rechtlich gehen soll, da bin ich auf einen verfassungskonformen Gesetzentwurf der CDU gespannt." (luk/KNA)