Mehr Geld für den guten Zweck
Die Menschen in Deutschland haben in diesem Jahr bislang rund 3,1 Milliarden Euro gespendet. Von Januar bis September gaben Privatpersonen damit knapp ein Prozent mehr Geld für gute Zwecke als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus der Untersuchung "Bilanz des Helfens" im Auftrag des Deutschen Spendenrats hervor, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Für das Gesamtjahr erwartet der Spendenrat demnach ein Spendenaufkommen von 5,3 bis 5,5 Milliarden Euro.
Anstieg bei Not- und Katastrophenhilfe
Der Anstieg lässt sich vor allem auf Spenden im Bereich der humanitären Hilfe zurückführen, die rund 80 Prozent des Spendenaufkommens von Privatpersonen ausmachen. Insbesondere die Not- und Katastrophenhilfe, die zum Bereich der humanitären Hilfe gezählt wird, konnte ihren Anteil am Spendenvolumen um fast drei Prozent erhöhen. Deutliche Rückgänge gab es dagegen bei Spenden für Flüchtlinge. In diesen Bereich flossen 2017 bislang rund 285 Millionen Euro, ein Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Laut den Zahlen des Spendenrats ist auch die Zahl der Spender in diesem Jahr gesunken. Von Januar bis September hätten rund 17 Millionen Personen und damit rund 25 Prozent der deutschen Bevölkerung Geld gespendet; 2016 habe die Zahl der Spender noch bei 17,8 Millionen gelegen. Vor allem die mittlere Altersgruppe der 30- bis 69-Jährigen hat ihr Spendenvolumen nach Angaben der Forscher weiter reduziert. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Spendenhäufigkeit von 5,5 Spenden pro Person auf 5,8 – der höchste Wert seit der ersten Erhebung im Jahr 2005. Unverändert zum Vorjahr blieb mit 32 Euro der Durchschnittsbetrag pro Spende.
Spendenrückgang bei kirchlichen Organisationen
Wie aus den Zahlen des Spendenrats weiter hervorgeht, mussten konfessionelle Organisationen gegenüber nicht-konfessionell gebundenen Einrichtungen in diesem Jahr einen Rückgang bei den Spendeneinnahmen hinnehmen. Demnach sank der Anteil katholischer und evangelischer Organisationen am Spendenaufkommen von 31,1 auf 29,5 Prozent, während nicht-konfessionelle Organisationen einen Zuwachs von 47,1 auf 48 Prozent erzielen konnten.
Der Deutsche Spendenrat ist ein Dachverband von 65 spendensammelnden Organisationen. Die Zahlen der Untersuchung "Bilanz des Helfens" wurden auf der Grundlage von monatlichen Selbstauskünften von 10.000 Deutschen ab zehn Jahren berechnet und sind ein Teilergebnis der repräsentativen Studie GfK CharityScope. (stz)