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Spendenaufkommen in Deutschland geht insgesamt aber zurück

Mehr Geld für katholische Organisationen

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Hand hält urnenartige Spendendose, eine andere Hand steckt Münzen hinein.
Berlin - Das Spendenaufkommen in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen - bleibt aber hoch. Katholische Organisationen konnten gegen den Trend als Spendenempfänger sogar ein Plus erzielen.

Rund 3,1 Milliarden Euro haben die Deutschen in diesem Jahr bislang für wohltätige Zwecke gespendet. Das waren bis Ende September rund zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie aus einer GfK-Analyse hervorgeht, die der Deutsche Spendenrat am Donnerstag in Berlin vorstellte. Vor allem bei der Not- und Katastrophenhilfe gab es einen Rückgang. Dennoch handelt es sich den Angaben nach um das zweitbeste Ergebnis seit 1996. Katholische Organisationen konnten als Empfänger sogar ein Plus verbuchen. Die Zahl der Spender sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 18,4 Millionen auf rund 17,8 Millionen. Ebenfalls rückläufig war der Betrag der Durchschnittsspende von 35 auf 32 Euro. Die Spendenhäufigkeit stieg den Angaben nach indes von 5,3 auf 5,5 Spenden pro Person. Insbesondere bei den 40- bis 49-Jährigen hat sich das Spendenvolumen deutlich verringert.

Bei den Spendenzwecken steht trotz des Rückgangs im Vorjahresvergleich weiterhin die humanitäre Hilfe mit rund 78 Prozent ganz vorne. Bei Spenden für Kirche und Religion gab es nach Angaben der Spender ein Plus von rund zwei Prozent. Auch als Adressaten haben die katholischen Organisationen zugelegt - von etwa 13 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 14,6 Millionen Euro in diesem Jahr. Anders bei den evangelischen Organisationen, hier gab es einen Rückgang der Spenden von 17,5 auf 16,5 Millionen Euro. Nach Einschätzung der Gfk-Senior-Managerin Gertrud Bohrer könnte das Spendenplus für die katholischen Organisationen am Jahr der Barmherzigkeit und der medialen Präsenz des Papstes in der Flüchtlingsfrage liegen.

339 Millionen Euro für Flüchtlingsprojekte

Insgesamt 339 Millionen Euro haben die Deutschen bislang für Flüchtlingsprojekte gegeben, davon rund 60 Prozent an nationale und regionale, der Rest an internationale Projekte. Vor allem die Spender für lokale Flüchtlingsprojekte sind dabei mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren deutlich jünger als der Durchschnitt aller Spender, der bei 62 Jahren lag. Der Spender, der Flüchtlingsprojekte unterstützt, ist nach Angaben der GfK meist christlich geprägt, ehrenamtlich engagiert und gut gebildet. Mit durchschnittlich 45 Euro sind die Spenden für Flüchtlinge zudem deutlich höher als die Durchschnittsspende von 32 Euro.

Angesichts der bisherigen Entwicklung rechnet der Spendenrat mit einem Gesamtspendenvolumen von fünf Milliarden Euro in diesem Jahr. Das wäre etwa eine halbe Milliarde weniger als im Vorjahr. "Auch wenn das Rekordniveau des Jahres 2015 nicht erreicht wird, freuen wir uns, dass sich die langfristig positive Entwicklung der Spendeneinnahmen fortsetzt", sagte die Geschäftsführerin des Spendenrats, Daniela Felser. (KNA)

Linktipp: Wohin spenden?

Katholisch.de listet die Bankdaten von katholischen Hilfswerken auf sowie von Bündnissen, an denen katholische Hilfswerke beteiligt sind. Außerdem können Sie über den Link "Online spenden" direkt Geld für den guten Zweck spenden.

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