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Jubiläums-Feierlichkeiten mit Staats- und Regierungschefs in Rom

Merkel: Religionsfreiheit ist unveräußerlich

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Bundeskanzlerin Angela Merkel
Rom/Bonn - Für die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kann es ein Europa ohne Menschenrechte nicht geben. Dazu zählt die Regierungschefin die Religionsfreiheit. Doch sie bekannte sich auch zu anderen Werten.

Bei den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge in Rom hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bedeutung von Religionsfreiheit sowie Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit hervorgehoben: "Es gibt Dinge, die sind unveräußerlich. Das ist eben der Binnenmarkt; das sind die vier Grundfreiheiten", sagte Merkel am Wochenende in Rom. "Das macht uns gemeinsam stark. Dabei gibt es auch keinerlei Abstriche."

In ihrer Rede betonte die Kanzlerin zudem, dass man ein sichereres und beschützendes Europa wolle, "was bedeutet, dass wir unsere Außengrenzen besser schützen müssen". Aber auch ein soziales Europa sei unabdingbar: "Wir haben unterschiedliche Sozialsysteme in unseren Ländern, aber wir wollen zum Beispiel die Gleichberechtigung von Mann und Frau".

Merkel: Wohlstand auch für unsere Nachbarn

Außerdem wolle man in Europa "mit unseren Nachbarn zum Beispiel im Rahmen der Partnerschaft mit Afrika zusammenarbeiten, damit nicht nur bei uns Wohlstand herrscht, sondern eben auch für unsere Nachbarschaft", so Merkel.

Die Politik müsse außerdem den Menschen immer wieder beweisen, "dass Europa nicht die Regeln um der Regeln willen macht, sondern dass Europa auch Freiräume vor Ort lässt, die Unterschiedlichkeit, die Verschiedenheit unserer Regionen, die auch unsere Stärke ausmacht, leben zu können".

Papst Franziskus und die Staats- und Regierungschef der 27 EU-Staaten am 24. März 2017 in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.

Merkel und die anderen EU-Staats- und Regierungschefs waren am Freitagabend von Papst Franziskus in einer Privataudienz empfangen worden. Dabei hatte das Kirchenoberhaupt zum Kampf gegen den Populismus in Europa aufgefordert, zu mehr Solidarität der EU-Staaten untereinander sowie gegenüber Flüchtlingen und anderen Menschen in Not.

Franziskus forderte darüber hinaus einen "neuen europäischen Humanismus" und hob die Bedeutung der christlichen und humanen Werte für Europa hervor. "In unserer multikulturellen Welt werden diese Werte weiterhin volles Heimatrecht finden, wenn sie ihre lebensnotwendige Verbindung mit der Wurzel, aus der sie hervorgegangen sind, aufrecht zu erhalten wissen."

Erzbischof Schick twittert Segenswünsche

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick übermittelte zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge über den Kurznachrichtendienst Twitter Segenswünsche. Er wünschte "weiterhin" Erfolg für Solidarität, Friede und Gemeinwohl für Europa und die Welt. Krisen und Resignation sollten überwunden werden.

Die Grünen-Außenpolitikerin Marieluise Beck warnte im rbb-Inforadio vor nationalistischen und autoritären Tendenzen in der EU. Der Weg zurück in den Nationalstaat bedeute Enge und Dumpfheit. Das Wesen autoritärer Regime sei es, anderen Menschen ihre gesellschaftlichen Vorstellungen aufzuzwingen.

Dagegen stehe die EU für Offenheit und kulturelle Vielfalt, auch wenn das Menschen verunsichern könne, sagte Beck weiter. Aber auch die Wegbereiter der Europäischen Union hätten vor 60 Jahren Mut und Risikobereitschaft gezeigt, um ihre Visionen umzusetzen. (KNA)

Linktipp: Papst ruft zum Kampf gegen Populismus auf

60 Jahre Römische Verträge sind ein Grund zum Feiern, doch Europa steht vor großen Herausforderungen. Bei der Audienz der EU-Staats- und Regierungschefs im Vatikan hat der Papst daher viele Forderungen.

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