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Die politischen Gegner haben ähnliche Gebets-Ansichten

Merkel und Schulz beten nicht für Wahlsieg

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Die Wahlplakate der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz stehen nebeneinander.
Bonn - Was das Gebet angeht, haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Martin Schulz ähnliche Ansichten: Zwar beten sie selbst nicht für ihren Wahlsieg - aber dafür gibt es andere, die das tun.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betet nicht für ihren Sieg bei der Bundestagswahl am Sonntag. "So konkret politisch bete ich nicht", sagte sie der "Bild"-Zeitung (Samstag), "und Gebete sind ohnehin eine sehr persönliche Angelegenheit". In einem Interview mit der "taz" hatte sie sich zuvor bereits ähnlich geäußert. Auch Merkels Herausforderer Martin Schulz (SPD) erklärte, Beten sei eine sehr intime Angelegenheit: "Als Politiker muss man jedenfalls immer wissen, dass es etwas Größeres gibt, als den eigenen Erfolg."

Ungarischer Ministerpräsident betet für Merkel

Andere beten allerdings für den Wahlausgang in ihrem Sinne: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán etwa hofft auf einen Sieg von Angela Merkel. "Wir sprechen ein stilles Gebet dafür, dass das Mandat der jetzigen Kanzlerin verlängert wird, denn unter den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ist dies vom ungarischen Standpunkt aus unser Interesse", sagte Orban in seinem regelmäßigen Interview des Staatsrundfunks.

Papst Franziskus hatte kürzlich alle Katholiken dazu aufgerufen, für ihre Politiker zu beten - auch für die, die einem nicht gefielen, denn sie bräuchten das Gebet möglicherweise noch dringender. Man dürfe nicht einfach sagen "ich habe ihn ja gewählt oder ich habe ihn nicht gewählt – jetzt soll er das Seine tun", so Franziskus. "Wir können die Regierenden nicht allein lassen, wir müssen sie mit unserem Gebet begleiten."  Wer noch nie für seine Politiker gebetet habe, solle dringend zur Beichte gehen, "denn es ist eine Sünde, nicht für die Regierenden zu beten", sagte der Papst. Ein guter Regierungspolitiker sollte nach Franziskus' Ansicht aber auch selbst beten - und zwar "um das Gemeinwohl des Volkes, das ihm anvertraut ist". (jhe/KNA/dpa)

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