Misereor-Chef beklagt fehlende Empathie in der Politik
Dem Hauptgeschäftsführer von Misereor, Andreas Frick, fehlt es an Empathie in der Politik. "Empathie hat politisch derzeit keine große Konjunktur", konstatierte Frick beim Jahresempfang des entwicklungspolitischen Hilfswerks am Donnerstag in Berlin. Dialogarbeit und Versöhnungsprozesse würden von manchen in der Politik als naiv abgetan, als ein "Stuhlkreis des Dschungels" verspottet. Dabei brauche gerade Frieden Dialog.
Frieden sei zudem weit mehr als Abwesenheit von Krieg, betonte Frick. In immer mehr Konflikten übten nicht allein Staaten Gewalt aus, sondern auch beispielsweise Milizen oder kriminelle Gruppierungen. Gesellschaften würden aber besonders anfällig für Gewalt, wenn Staaten und Strukturen nicht mehr funktionieren. Wo Menschen hungerten, wo Perspektiven fehlten und Ausgrenzung wachse, bleibe Frieden verletzlicher, mahnte Frick.