"Nachdenklichkeit erzeugt"
Dabei hätten die Ordensleute ihre beiden Kernanliegen noch einmal vorgebracht, alle nach Deutschland kommenden Flüchtlinge menschenwürdig zu behandeln und in der öffentlichen Diskussion auf die Sprache zu achten, so Kiechle weiter. Formulierungen wie "massenhafter Asylmissbrauch" seien unangebracht. Seehofer und seine Mitarbeiter hätten ihnen interessiert zugehört.
Die Würzburger Franziskanerin Mirjam Schambeck sagte, politische Rhetorik könne Menschen mitnehmen, aber auch verunsichern. Wenn die konstruktiven Kräfte gebündelt würden, sei in Deutschland "ganz viel möglich". Mit dieser Botschaft hätten die Ordensleute beim Ministerpräsidenten auch "Nachdenklichkeit erzeugt". Seehofer habe unter anderem eingeräumt, dass die Situation für Deutschland "wirtschaftlich gut zu schaffen" sei.
Dem Gespräch war ein offener Brief von 45 Ordensoberen aus Bayern an Seehofer vorausgegangen. In dem am 11. November veröffentlichten Schreiben kritisierten die Unterzeichner eine politische Rhetorik, die Geflüchtete ins Zwielicht stelle, anstatt sie zuerst als Mitmenschen zu betrachten, die "unsere Solidarität" bräuchten. Außerdem sprachen sich die Ordensleute gegen Transitzonen, Auffanglager und die Einschränkung von Einzelfallprüfungen in Asylverfahren aus. (KNA)
45 bayerische Ordensobere haben in einem offenen Brief scharfe Kritik an der Flüchtlingspolitik von Horst Seehofer geübt. Eine der Unterzeichnerinnen ist Schwester Monika Edinger. Die Generaloberin der Erlöserschwestern erzählt im Interview mit katholisch.de, wie der Brief entstanden ist und warum der Ministerpräsident in ihren Augen die falschen Signale aussendet.