Overbeck: Geld muss "dienende Funktion haben"
In der Diskussion um eine gerechte Wirtschaftsordnung sieht der katholische Bischof Franz-Josef Overbeck "die Kirche neu gefordert für ethische Nachhaltigkeit zu sorgen". Geld und Besitz müssten "eine strikt dienende Funktion haben", forderte der Ruhrbischof am Montag in Essen, wie der Internetauftritt des Bistums berichtet. Das Vertrauen in die Wirtschaft gehe auf Dauer verloren, wenn das Kapital nicht den Lebensmöglichkeiten aller Menschen diene, sagte Overbeck, der in der vergangenen Woche von der Deutschen Bischofskonferenz als Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen bestätigt wurde. Im Essener Dom predigte der Ruhrbischof anlässlich des 50-jährigen Bestehens der "Bank im Bistum Essen" (BIB).
Der Ruhrbischof sprach dem Bistum zufolge von der segensreichen Entwicklung der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und betonte: "Hier ging es nie um einen neoliberalen Kapitalismus, um ein Ausspielen von Haben und Geben, sondern um einen klugen, um soziale Gerechtigkeit bemühten Ausgleich." Dabei stehe nicht zunächst die "möglichst gleiche Verteilung aller Güter" im Fokus. Es gehe vielmehr "um eine chancengerechte Beteiligung aller an den zentralen wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebensbezügen". Overbeck sprach sich laut Bistum-Website dafür aus, "Verteilungs- und Beteiligungsgerechtigkeit in einer von Freiheit gekennzeichneten Welt zu organisieren sowie sozial verträglich zu denken und umzusetzen". (KNA)