Politiker: Burka und Kreuz nicht gleichstellen
EU-Abgeordnete Peter Liese (CDU) setzt sich im Europaparlament für eine deutlichere Unterscheidung zwischen dem islamischen Ganzkörperschleier und sonstigen religiösen Symbolen ein. "Auf keinen Fall sollte man Burka und andere Vollverschleierung mit der jüdischen Kippa oder dem christlichen Kreuz oder Ordenstrachten auf eine Stufe stellen", sagte Liese, der zugleich Mitglied des CDU-Bundesvorstands ist, am Mittwochabend in Brüssel.
Verbot religiöser Symbole am Arbeitsplatz verhindern
Kommende Woche will das EU-Parlament in Straßburg über einen Initiativbericht zur Gleichbehandlung am Arbeitsplatz abstimmen. Dabei geht es Liese zufolge auch um das Tragen von religiöser Kleidung. Der Bericht schränke die Möglichkeit von Mitgliedstaaten und Arbeitnehmern ein, etwa die islamischen Vollverschleierung zu verbieten. Andererseits wolle die konservative EVP-Fraktion, der Liese angehört, ein komplettes Verbot aller religiöser Symbole am Arbeitsplatz verhindern. Deswegen habe man einen Änderungsantrag eingereicht. "Wir müssen die Religionsfreiheit verteidigen", erläuterte Liese. Es gebe allerdings auch legitime Gründe für Mitgliedstaaten, bestimmte religiöse Symbole zu verbieten. Die islamische Vollverschleierung etwa stehe für die Unterdrückung von Frauen und könne auch ganz praktische Probleme mit sich bringen. Zum Beispiel sei eine Frau, die ihr Kind vom Kindergarten abhole, durch die Vollverschleierung nicht erkennbar. (KNA)