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700.000 Euro Parkgebühren – und nie im Einsatz

Rom "vergisst" Müllwagen in teurem Vatikan-Parkhaus

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Rom - Der römische Abfallbetrieb ist offenbar mit Zahlungen an ein vatikanisches Parkhaus im Verzug, das jährlich 700.000 Euro kosten soll. Pikant: Die abgestellten Elektro-Kehrmaschinen kamen nie zum Einsatz.

Die römische Müllentsorgungsgesellschaft AMA hat ihren neuesten Skandal: Laut einem Zeitungsbericht soll der Abfallbetrieb jährlich mehr als eine halbe Million Euro dafür zahlen, dass eine Flotte an neuen, ungebrauchten Elektro-Kehrmaschinen im "Terminal Gianicolo" parkt. Das zum kirchlichen Jubiläumsjahr 2000 errichtete Parkhaus samt Restaurants gehört der Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Es liegt im römischen Hügel Gianicolo zwischen Petersdom und Tiber und wurde seinerzeit von Papst Johannes Paul II. eröffnet.

Abfallbetrieb muss für Stellplätze jährlich 700.000 Euro zahlen

Der Mietvertrag bestehe zwischen den Abfallbetrieben AMA und der Gesellschaft "C&P Service", die das Parkhaus betreibt, schreibt die Tageszeitung "Corriere della Sera". "Einer der erfahrensten Mitarbeiter" habe verraten, dass die AMA jährlich bis zu 700.000 Euro für die Stellplätze zahle. Laut der Bilanz 2014 seien Mieteinahmen von 1,2 Millionen Euro an die Kongregation für die Evangelisierung der Völker gegangen. Mit Berufung auf ihre namentlich nicht genannte Quelle schreibt der "Corriere", dass die Garage vor kurzem zu einem Rechtsstreit Anlass gegeben habe: Die verschuldete AMA sei mit den Zahlungen im Verzug und sei auch nicht in der Lage, die Kurienbehörde um Aufschub zu bitten.

Die zwölf kleinen E-Müllwagen im Wert von 1,5 Millionen Euro seien im Juni 2012 vom damaligen Bürgermeister Gianni Alemanno öffentlich vorgestellt worden, so der Bericht. Doch statt in den engen Gassen der römischen Viertel eingesetzt zu werden, landeten die Kehrmaschinen demnach sofort wieder in der Garage, weil die Ladestationen nur auf den falschen Wechselstrom eingestellt waren. 2014 seien sie in das Terminal Gianicolo verlegt worden, wo weitere rund 20 ältere ausrangierte E-Kehrmaschinen parken. Höchstens zwei oder drei der neuen Fahrzeuge seien je zum Einsatz gekommen, während Rufe nach einer Reparatur stets verhallt seien. Vor einem Jahr sei es zu einem definitiven Stilllegung der Elektro-Müllwagen gekommen, so der "Corriere".

Die römischen Abfallbetriebe sind in den vergangenen Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geraten, etwa durch Veröffentlichung eines Videos, in dem es um Postenverkäufe innerhalb der städtischen Betriebe ging. Im Sommer 2016 sorgte das Müllproblem in der Ewigen Stadt für Unmut, wegen fehlender Kapazitäten zur Müllverbrennung wird der Abfall der italienischen Hauptstadt auch in Verbrennungsanlagen nach Deutschland geschickt. (luk)

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