Schick mahnt Politiker zur Mäßigung im Ton
Es gebe eine wachsende Zahl von Menschen, die Flüchtlinge ablehnten und sie verbal attackierten, so der Erzbischof weiter. "Das haben wir in der Geschichte immer wieder erlebt: Die Worte und die Gedanken, die werden zu Taten". Irgendwann würden die Häuser von Flüchtlingen angezündet. Wenn Deutschland eine humane Gesellschaft bleiben wolle, müsse auch in der öffentlichen Meinungsbildung sehr deutlich werden, was gehe und was nicht.
"Wenn zum Beispiel Galgen umhergetragen werden bei bestimmten Demonstrationen, dann muss klar sein: Das kann nicht sein, das darf nicht sein, selbst wenn es nicht strafrechtlich zu verfolgen wäre", betonte Schick. Als weiteres Beispiel nannte er pauschale Urteile über Muslime.
Gleichzeitig lobte der Erzbischof das Engagement der Ehrenamtlichen für Flüchtlinge, gerade auch in der Kirche. Dies zeige, dass der "Grundwasserspiegel des Christentums" noch sehr hoch sei. "Wenn wir den hochhalten, dann werden wir mit manchen anderen Strömungen, die es auch gibt, fertig werden", betonte Schick. Es gelte, diesen christlichen Geist, das Handeln und Denken zu fördern, "damit anderes gar nicht hochkommen kann". (KNA)
Ob Naturkatastrophen, Armut oder Terror: Täglich verlassen Menschen ihre Heimat, um anderswo ein neues, ein besseres Leben zu beginnen. Die Flüchtlinge kommen auch nach Deutschland. Das bedeutet eine große Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Kirche.