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Franzi wird im Internet gemobbt

Schlimmer als ein bisschen lästern

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Hand eines Jugendlichen umfasst eine Computermouse
Ja, im Internet wurde ich schon ein, zweimal gemobbt...", sagt meine Freundin Tine zu mir. Das war kein einfaches Mobbing, das war Cybermobbing. "Am Ende", meint sie, "waren über hundert Facebook-Nutzer daran beteiligt". Und was sie dann noch erzählte, hat mich sehr erschüttert. Nicht nur im realen Leben wird gemobbt, auch in Sozialen Netzwerken kommt es immer häufiger vor. Um Opfer zu werden, braucht es keine besonderen Merkmale. Man muss nicht dick, dünn oder sonst wie anders sein. Es reicht, dass jemandem deine Nase nicht gefällt.

Ich ließ mir von Tine die Geschichte von Anfang an erzählen: "Als ich mich irgendwann wieder in Facebook einloggte, bekam ich eine Nachricht, dass mir eine Person ein Kommentar unter mein Foto geschrieben hatte. Natürlich klickte ich direkt auf das Bild von mir, um zu schauen, was die Person geschrieben hatte. Als ich den Kommentar las, schossen mir die Tränen in die Augen. Ganz groß stand da unter meinem Foto: 'Du bist so hässlich, verschwinde in dein kleines Loch zurück!!!!'

Ich fand das so fies und löschte den Kommentar sofort... Aber bald gab es neue abfällige Kommentare von dieser Person – auch zu anderen Bildern von mir. Ich konnte das nicht mehr stoppen. Freunde begannen sich zu wundern und wollten kein 'Freund' mehr von mir sein. Immer wieder löschte ich die gemeinen Kommentare. Aber das half alles leider nichts."

Es geht auch anderen so

Meine Freundin hat dann das Richtige getan und sich mal im Netz umgeschaut, ob es vielleicht auch andere gibt, denen es so ging wie ihr. Und da fand sie einen sechszehnjährigen Jungen, dem noch Schlimmeres passiert war. "Auf den war eine echte Hetzjagd veranstaltet worden – nur weil er nicht gegen Ausländer war. Ihm wurde Prügel angedroht. Auf seiner Facebook-Seite fanden sich nur noch die allerschlimmsten Beschimpfungen. Er schrieb mir in einer Mail, dass er in dieser Zeit am liebsten tot gewesen wäre. Denn er wollte davon nichts seinen Eltern sagen, die ohnehin seinen Internetsucht nicht gut fanden. Nun hatte er gar keinen Ausweg mehr."

Hilfe bei Cybermobbing

Wendet Euch an Eure Eltern, Eure Geschwister oder Menschen, denen ihr vertraut. Wenn Ihr Euch alleine fühlt hilft manchmal auch ein anonymes Telefonat. Die Caritas bietet auf ihrer Homepage mehrere Notrufnummern an. Eine davon ist das "Kummertelefon für Kinder und Jugendliche": 0800 1110 333. Wenn man keine Chance mehr sieht, sich selber zu wehren, kann man sich auch an die Polizei wenden. Cybermobbing ist zwar selber keine Straftat, kann aber trotzdem strafbar sein. Zum Beispiel wenn der Täter einen verleumdet, beleidigt oder üble Nachrede begeht. Die Polizei kann dann auch anonyme Täter enttarnen. Nicht die Opfer, sondern die Täter müssen sich schämen. Mehr Infos der Polizei findet ihr hier: Im Notfall hilft der Anruf unter den Rufnummern 110.

So schlimm kann es kommen, wenn man virtuell gemobbt wird. Laut der Studie "JIM - Jugend, Information, Multi-Media 2010" vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest - Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg sagten rund 15 Prozent der Jugendlichen, dass jemand schon einmal peinliche oder beleidigende Bilder oder Videos über sie im Internet verbreitet hat. Ein Viertel der Jugendlichen haben Angst vor Cybermobbing.

Nicht von Angesicht zu Angesicht

Das Mobben in Netzwerken ist um einiges schlimmer, als das Mobbing im realen Leben. Während man sich dort wenigstens von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht, wird im Internet der Täter durch Anonymität geschützt. Außerdem bekommen in einem Sozialen Netzwerk wie Facebook oder SchülerVZ noch viel mehr Menschen mit, wenn über jemanden schlecht geredet wird.

Es gibt noch eine Steigerung: Auch völlig Unbeteiligte erhalten - ohne Risiko für sich selbst - die Möglichkeit, sich negativ über einen Menschen zu äußern. Keiner braucht irgendwelche Folgen für sich zu befürchten. Im wahren Leben gibt es vielleicht einen Vertrauenslehrer, der einen in Schutz nehmen und verteidigen kann. Draußen im Netz gibt es keine Deckung mehr.

Meine Freundin verriet mir noch einen Trick, wie man das Cybermobbing stoppen oder wenigstens einschränken kann, bevor es zu einer Eskalation kommt: „Das Beste, was man machen kann, ist die Personen zu blockieren. Und seine Privatsphäre so einzustellen, dass nur deine wirklichen Freunde deine Bilder sehen können." Es ist ratsam, möglichst früh, eine Person einzuweihen, seien es die Eltern, ältere Geschwister, Freunde, vielleicht auch ein guter Lehrer.

Von Franziska Fischer

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