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Leitfaden auf DVD für Eltern und Grundschulkinder

Sicher im Netz

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Der 11-jährige Max sitzt am Mittwoch (02.05.2012) in Düsseldorf mit seinem Laptop auf dem Bett.
Bonn - Kinder und Jugendliche surfen immer häufiger im Internet. Eine aktuelle Studie des Deutschen Jugendinstituts und des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung fand heraus, dass fast 90 Prozent der Neun- bis Zehnjährigen das Internet nutzen. Dabei surfen Jungen mehr als gleichaltrige Mädchen, Jugendliche aus unteren sozialen Schichten intensiver als die aus mittleren und oberen Schichten.

Eltern wissen oft nicht, was sich die Kinder und Jugendlichen im Internet alles anschauen, was sie dort herunterladen und welche Gefahren es im World Wide Web für sie gibt. Der Verein "Sicher-Stark", der durch Kurse gegen Gewalt an Kindern bekannt ist, bietet jetzt in drei DVDs eine intensive Einführung in das Internet für Eltern und Grundschulkinder an.

Medienerziehung wird immer wichtiger. Gewalt und Pornografie sowie viele Schadprogramme lauern in den Tiefen des Internets. Um Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene besser davor zu schützen, haben die Autoren der drei DVDs mit dem Titel "So schützen Sie Ihr Kind vor den Gefahren des Internet" ein Jahr lang alle wichtigen Kinder-Programme durchforstet. Auf einer Doppel-DVD werden den Eltern zunächst verschiedene Virenschutzprogramme vorgestellt, die vor der ersten Internet-Nutzung installiert werden sollten.

Wer die DVD auf einem Fernsehbildschirm ansieht, kann nebenbei Schritt für Schritt am PC die einzelnen Anleitungen umsetzen. Kinder sollten zunächst unbedingt ein eigenes Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten bekommen. Großen Wert wird dabei auf die Sicherheit der Internet-Verbindung gelegt: So gibt es für Kinder einen eigenen Browser, der kostenlos auf der Seite www.FragFinn.de heruntergeladen werden kann.

Einen guten Überblick auf Programme speziell für die kleineren Kinder finden Eltern auf der Seite www.seitenstark.de. Zur Einführung in das Internet empfehlen die Macher, einen sogenannten Medienpass zu erwerben. Unter www.schau-hin.info können Eltern mit ihren Kindern Fragen zum Internet und Medienverhalten beantworten und ihnen danach den Pass selbst ausdrucken.

Zeitbeschränkung sinnvoll

Für einen kontrollierten Umgang mit dem Computer bieten die DVDs auch Tipps zur Zeitbeschränkung an. So können Eltern mit ihren Kindern bestimmte Zeiten ausmachen, die sie am PC verbringen dürfen. Maximal eine Stunde täglich sollten Kinder in der 1. und 2. Klasse im Internet verbringen, maximal zwei Stunden die Kinder aus der 3. und 4. Klasse.

Mithilfe von speziellen Einstellungen am PC können Eltern die Dauer begrenzen; nach der eingegebenen Zeit schaltet sich der Internetzugang dann automatisch ab. Dieser Kontrollmechanismus ist insofern sinnvoll, als Kinder oft die Zeit aus den Augen verlieren, wenn sie einmal im Netz unterwegs sind.

Sehr viel Raum nimmt auf den DVDs der Schutz des PCs ein. Angesichts einer Vielzahl von Schadprogrammen wie Viren, Trojanern, Würmern, Malware und Spyware reicht ein einfaches Virenschutzprogramm alleine nicht aus. Die Autoren stellen die einzelnen Schadprogramme ausführlich vor und geben Tipps zur Sicherung des PCs.

Netzwerke für Kinder

In einem zweiten Teil geht es um soziale Netzwerke wie Facebook und Co. Dabei sollten Eltern darauf achten, dass jüngere Kinder nicht in den Erwachsenen-Netzwerken surfen, denn dort könnten sie mit Gewalttätern in Kontakt kommen. Kinder-Netzwerke wie www.Digiposi.com sind sicherer, weil sie moderiert sind und nur zeitlich eingeschränkt genutzt werden können.

Die größte Gefahr im Internet geht oft von reellen Menschen aus: Pädophile, die sich in Kinder-Chatrooms einschleichen, sich dort als Kind ausgeben, um so Kontakt zu Kindern zu suchen. Die Methoden der Gewalt sind vielfältig: über Mobbing hin zu heimlichen "Flüsterräumen", in denen sich Pädophile unbemerkt mit den Kindern verabreden wollen, oder pornographische Bilder, die Kinder in Anhängen von E-Mails erhalten, wenn sie ihre Adresse im Web bekannt geben.

Der zweite Teil des Elternseminars gibt außerdem wertvolle Hilfen bei rechtlichen Problemen, wenn das ältere Kind oder der Jugendliche beispielsweise auf verbotenen Tauschbörsen illegal Musik oder Filme heruntergeladen hat.

Auf einer dritten DVD wenden sich die Handpuppen Lara und Felix direkt an die Kinder. Spielerisch leiten sie die Kinder nach und nach zu einer gefahrlosen Internet-Nutzung an. Die Kinder sollten sich dabei wegen der vielen Informationen jeden Tag nur ein Kapitel ansehen. Insgesamt ist damit eine sehr umfangreiche Einweisung in das Internet für die ganze Familie entstanden, die anschaulich Schritt für Schritt nachvollzogen werden kann.

Von Andrea Hanisch (KNA)

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