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Traditionell konservatives katholisches Milieu gehe nicht so schnell verloren

Soziologe sieht Aufspaltung christlicher Wählerschaft in Deutschland

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Religionssoziologe Gert Pickel
Köln/Leipzig - Nach wie vor gebe es einen Überhang von Katholiken unter CDU-Wählern, sagt der Soziologe Gert Pickel. Gleichzeitig gebe es zunehmend jüngere, progressive Christen, die zu einer anderen Partei tendierten.

Das traditionell konservative katholische Milieu in Deutschland wird nach Ansicht des Leipziger Religionssoziologen Gert Pickel nicht so schnell verloren gehen. Nach wie vor gebe es einen Überhang von Katholiken unter CDU-Wählern, sagte Pickel im Interview mit dem Kölner Internetportal "domradio.de" (Mittwoch). Gleichzeitig gebe es zunehmend jüngere, progressive Christen, die eher zu den Grünen tendierten. "Diese beiden Gruppen werden sich wahrscheinlich ziemlich die Waage halten", so Pickel.

Ähnliches gelte für konservative Protestanten, von denen gerade in Ostdeutschland viele CDU wählten. "Das bedeutet, man erwartet dort, dass Politik gemacht wird, die irgendwas mit dem Christentum zu tun hat und die irgendwas auch für die Kirchen bringt", erklärte Pickel. Besonders deutlich sei dies beim Blick auf das Familienbild. Wer CDU wähle, dem sei der Schutz der traditionellen Familie wichtig. "Man hat es nicht so mit anderen Formen von sexueller, geschlechtlicher Vielfalt. Das findet man meist so ein bisschen anrüchig bis komisch", so der Soziologe.

Ob ältere, konservative Wähler mit Hang zur CDU oder jüngere, zukunftsgewandte, die eher zu den Grünen tendieren: Insbesondere unter Protestanten argumentierten Vertreter beider Milieus auch mit entsprechenden Bibelzitaten, so Pickel. Die einen vor allem zum Schutz der Schöpfung und das Engagement für Flüchtlinge, die anderen für traditionelle Familienbilder und Werte. (KNA)

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