Steigende Preise: Caritas-Direktorin fordert weitere Entlastungen
Die Berliner Caritas-Direktorin Ulrike Kostka hat die Politik angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten zu weiteren Entlastungen für besonders betroffene Bevölkerungsgruppen aufgerufen. "Ein möglicher Schritt wäre neben noch weiteren Entlastungspaketen, dass zum Beispiel wieder ein Moratorium für Wohnungsräumungen eintritt. So etwas gab es bereits in der Corona-Zeit, dass Menschen ihre Wohnungen nicht verlieren, nur weil sie ihre Nebenkosten nicht zahlen konnten. Das wäre sehr hilfreich", sagte Kosta am Dienstag dem Kölner Internetportal domradio.de. Die Caritas-Direktorin schlug zudem vor, die bereits geschnürten Entlastungspakete zielgenauer anzupassen und zu versuchen, die Gaspreise zu deckeln – "inwieweit das möglich ist, muss man gucken".
Deutlich sprach sich Kostka jedoch gegen "pauschale Gießkannenprinzip-Maßnahmen" aus. Entlastungsmaßnahmen wie das Neun-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, der Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger oder der Tankrabatt seien zwar "sicherlich sinnvolle Schritte". "Aber das Problem ist, dass bestimmte Gruppen gar nichts erhalten oder viel zu wenig. Zum Beispiel sind das Rentner und Rentnerinnen mit geringen Renten und auch Menschen, die knapp über der Grundsicherung oder dem Wohngeld liegen", so Kostka. Für diese Menschen werde es jetzt besonders schwer und deswegen brauche es weitere Entlastungspakete. Viele Menschen hätten etwa die Sorge, dass sie ihre Rechnungen für die Energiekosten nicht mehr zahlen könnten. "Sie merken es jeden Tag im Geldbeutel, wenn sie einkaufen gehen, dass die Preise schon jetzt stark gestiegen sind", betonte die Berliner Caritas-Direktorin. (stz)