Stoppt die Gewalt!
Marx wendete sich in seinem Statement sowohl an die israelische Seite als auch an die Hamas. Einerseits verschlechterten sich die prekären Lebensverhältnisse im Gaza-Streifen durch die israelischen Angriffe auf dramatisch Art und Weise.
Es sei aber auch "nicht hinnehmbar, dass die Hamas und andere extremistische Gruppen einen Zermürbungskrieg gegen die israelische Bevölkerung führen, indem sie wahllos auf Ortschaften und mittlerweile auch auf die Großstädte feuern", so Marx wörtlich.
Die Hamas in benutze in einem "zynischen Kalkül" Menschen als Schutzschild. Daher müsse Israel trotz seiner militärischen Überlegenheit das Prinzip der Verhältnismäßigkeit und das humanitäre Völkerrecht beachten.
Franziskus ruft zu Frieden und Gebet auf
Marx erinnerte an die Reise von Papst Franziskus vor einigen Wochen ins Heilige Land. Diese und das Friedensgebet von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem israelischen Präsidenten Schimon Peres Ende Mai im Vatikan hätten Hoffnungen auf Frieden geweckt. "Diese Hoffnung darf nicht zunichte gemacht werden!" sagte Marx.
Auch Papst Franziskus äußerte sich am Sonntag auf dem Petersplatz erneut zu dem Konflikt. "Möge der Gott des Friedens in jedem das Verlangen nach Dialog und Aussöhnung hervorbringen", sagte Franziskus auch im Hinblick auf die Ukraine.
Am Freitag war bekannt geworden, dass er sowohl Peres und mit Abbas telefoniert hatte. Beide Völker litten unter dem Hass, der zahllose Opfer fordere, so der Papst. Er wie auch Kardinal Marx riefen die Christen zum Gebet für den Frieden auf. Auch die christliche Minderheit im Heiligen Land brauche die Solidarität der Gläubigen, so Marx.
Dramatische Szenen
Eine am Donnerstag eingeleitete Bodenoffensive der israelischen Armee im Gaza-Streifen fordert indes immer mehr Todesopfer. Seit ihrem Beginn sind Hunderte Menschen getötet und verletzt worden. Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen in hoffnungslos überfüllten Krankenhäusern im Gazastreifen. Palästinensische Ärzte beklagen einen Mangel an Medikamenten und Ausrüstung bei der Behandlung der vielen Opfer. Die israelische Armee teilte am Sonntag mit, sie errichte ein Feldlager nahe der Grenze zum Gazastreifen. Dort sollen verletzte Palästinenser behandelt werden.
Auch Militante Palästinenser setzten am Sonntag den Beschuss Israels fort. Israels Armee will in den kommenden Tagen weiter mit Bodentruppen gegen unterirdische Tunnel im Gazastreifen vorgehen.
Militärsprecher Peter Lerner sagte, bei der Suche nach Tunneleingängen leiste die Hamas heftigen Widerstand. Es gebe schwere Gefechte mit militanten Palästinensern an verschiedenen Orten. (gho/KNA/dpa)