Terror eint die Welt
Wer in diesen Monaten reist, egal ob dienstlich oder zur Erholung, der entdeckt eine neue Weltgemeinsamkeit: Überall geht es etwas grimmiger zu, weil man sich vor dem islamistischen Terror schützen will. Mir fiel das auf, als ich neulich am Flughafen von Lomé in Westafrika vorfuhr und ein mürrischer Soldat sogar den Motorraum des Taxis inspizierte. Verschärfte Vorkehrungen sind allenthalben spürbar. In gewisser Weise schafft das eine neue Weltverbundenheit, die auch etwas Positives hat; aus der Verwundung durch den Terror heraus setzt sich die Welt zur Wehr, planend, umsichtig, in Sorge fürs Gemeinwohl.
Das ist wert, einmal gesagt zu werden, denn meist wird die Lösung ja zunächst in Abschottung und im Dichtmachen der Grenzen gesucht. Die gemeinsame Erfahrung des Weltterrors, den muslimische Länder übrigens besonders blutig erleiden, birgt in sich auch die Chance zu einer neuen Gemeinschaftlichkeit. Der blutige Ernst der Bedrohung relativiert manch andere Differenzen. Da wo es ums Allermenschlichste geht, um das Leben und Überleben, da empfinden die Menschen überall ähnlich. Erstaunlich eigentlich, dass man in dieser Situation recht wenig von den Vereinten Nationen (UN) hört.
In meiner bayerischen Heimat und anderswo wird heute Mariä Himmelfahrt groß gefeiert. Das Fest ist oft konfessionell akzentuiert und reißt wegen der deutschen Feiertagsregelung sogar einige Landstriche auseinander. Aber im Kern hat das Fest eine universale Botschaft: Die ganze Menschheit ist zur Herrlichkeit berufen, unter Zurücklassung manch irdischer Trennungen. In Maria ist der Mensch an sich gemeint, als Verheißung für alle. Wir haben einfach zu viel gemeinsam.
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