"Von Herzen gerne unterstützt"
Insgesamt überbrachten 108 als "Heilige Drei Könige" verkleidete Kinder der Kanzlerin den Segensspruch "Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus"). Merkel bedankte sich für den Segen, sie hoffe, dass er sie "bei der Arbeit leiten" werde. Im Mittelpunkt der 56. "Aktion Dreikönigssingen" stehen Flüchtlingskinder weltweit.
Sängerinnen rufen Politiker zu Hilfen für Flüchtlingskinder auf
Die Begrüßung der einzelnen Sternsingergruppen übernahm Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU). Er sei selbst jahrelang Sternsinger im Saarland gewesen und habe immer die Rolle des König Balthasar übernommen, so der Politiker. Die Sternsinger setzten mit ihrem Engagement ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Mit einem kurzen Rollenspiel forderten drei Berliner Sternsingerinnen Altmaier als Stellvertreter der Politik zu mehr Engagement für Flüchtlingskinder auf.
Der Präsident des Kindermissionswerks "Die Sternsinger", Klaus Krämer, zeigte sich erfreut, dass der Koalitionsvertrag auch auf die Belange minderjähriger Flüchtlinge eingeht. Ebenso wünschte er der Kanzlerin "viel Segen und Gesundheit" für das kommende Jahr. Die Sternsinger brächten ihr diesmal "nicht nur die Segenswünsche, sondern ganz besonders auch Genesungswünsche aus allen 27 Diözesen", so Krämer.
Gauck: Mehr Flüchtlinge aufnehmen
Bereits am Montag hatte Bundespräsident Joachim Gauck gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt 42 Sternsinger aus dem Bistum Würzburg empfangen. "Ich kann mir keinen besseren Jahresbeginn vorstellen als den, den Ihr mir bereitet habt", sagte Gauck den Kindern im Schloss Bellevue in Berlin. Vor dem Hintergrund des diesjährigen Mottos "Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!" plädierte Gauck dafür, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aufnimmt. "Ich jedenfalls stelle es mir so vor, dass wir noch deutlicher anderen Menschen helfen können", betonte er.
Die jährliche Sternsingeraktion gilt als die weltweit größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Bundesweit beteiligen sich rund eine halbe Million Jungen und Mädchen. Verkleidet ziehen sie von Tür zu Tür, um die Geburt Jesu zu verkünden und Spenden für bedürftige Kinder zu sammeln. Die Aktion fand 1959 erstmals statt und wird vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getragen. Am 6. Januar 1984 hatte der damalige Kanzler Helmut Kohl erstmals 100 Sternsinger in Bonn empfangen.
Im vergangenen Jahr sammelten die Sternsinger bundesweit knapp 44 Millionen Euro. Damit können nach eigenen Angaben rund 2.000 Projekte in Afrika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden. (luk/KNA)