Von Menschenwürde und Nächstenliebe
"Die Liebe tut solche Dinge." Ich kenne keine bessere Erklärung für das, was wir heute feiern. Damit Gott nicht fern bleibt, nicht bloß eine Idee für Denker ist, ein Idol für Anbeter, eine allerhöchste Instanz für Moral und Ordnung, damit Gott nicht fern bleibt, wird er selbst Mensch. Wie es das Evangelium heute sagt: 'Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.' Warum? - 'Die Liebe tut solche Dinge.'"(Diözesanadministrator Tobias Przytarski) Die Weihnachtspredigt von Diözesanadministrator Tobias Przytarski
"Heimat aber ist nicht ortsgebunden, sie wächst immer mehr dort, wo Menschen aufeinander zugehen und einander annehmen, wo sie verstehen, tragen und manchmal auch ertragen, wo sie miteinander lachen und weinen, wo sie füreinander eine Heimat bilden und aufbauen oder – um im Bild der Weihnacht zu bleiben – wo sie füreinander eine Herberge sind. Heimat wächst, je mehr ich sie dem oder der Anderen schenke."(Bischof Heiner Koch) Die Weihnachtspredigt von Bischof Heiner Koch
"'Das Boot ist noch lange nicht voll!' Das müssen wir sagen, gerade als Kirche von Essen. Die Welt, in der wir leben, ist eine offene und globalisierte; nur mit einer solchen Offenheit leben wir mitten in der Realität. All die, die Ängste schüren und Unsicherheiten provozieren, vor allem durch starke Worte, wollen, so scheint es, nicht ernsthaft wahrnehmen, so sehr sie auch eine Stimmung von Unsicherheit Vieler ins Wort heben, in welcher Welt wir heute leben und was Globalisierung bedeutet."(Bischof Franz-Josef Overbeck) Die Weihnachtspredigt von Bischof Franz-Josef Overbeck.
"Gott bekräftigt in seiner Menschwerdung sozusagen das, was wir bereits im Alten Testament erfahren: dass der Mensch als Gottes Bild und Gleichnis erschaffen wurde. Er begründet so die Würde des menschlichen Lebens unter allen Umständen. Er kommt in unsere Armut, kennt Einsamkeit, Angst und Schmerzen, am Ende auch den Tod. In jeder Phase des menschlichen Daseins, vom Embryo bis hin zum Sterbenden, spiegelt sich nun Gottes Antlitz. Und jeder Mensch ist damit eine 'Spur seiner Herrlichkeit'."(Bischof Heinz Josef Algermissen) Die Weihnachtspredigt von Bischof Heinz Josef Algermissen.
"Das Geheimnis von Weihnachten hilft uns den Blick zu öffnen für eine Welt, die unter Gewalt, Krieg, Hunger und Ausbeutung ächzt. Wir sehen die vielen Heimatlosen, die Gefangenen und die Flüchtenden. Wir sehen sie, und durch Weihnachten lassen wiruns anrühren von ihren Schicksalen, so wie sich Gott in Jesus Christus anrühren ließ und Mensch wurde."(Diözesanadministrator Ansgar Thimm) Die Weihnachtspredigt von Diözesanadministrator Ansgar Thimm.
"Gerade jetzt sind es viele Flüchtlinge, die bei uns um Aufnahme bitten. (...) Statt Gastfreundschaft begegnen ihnen oftmals Abwehr und Misstrauen, gelegentlich sogar Sarkasmus. (...) Und in einigen deutschen Städten gehen Menschen auf die Straße, um gegen eine angebliche Überfremdung des – wie sie sagen – christlichen Abendlandes zu demonstrieren. Es ist kurios, dass man damit christliche Werte verteidigen will, zu denen doch ganz wesentlich Respekt vor den anderen, Nächstenliebe und Barmherzigkeit gehören. Stattdessen schürt man Misstrauen und Angst, werden Ausländer zu unerwünschten Personen erklärt oder sogar bedroht."(Bischof Gerhard Feige) Die Weihnachtspredigt von Bischof Gerhard Feige.
"Gott spricht wiederholt zu uns. Er hat Geduld mit unserer Schwäche des Vergessens und der Nachlässigkeit. Er hat auch viele Spielarten uns anzuregen und zu wecken, ein Lied, eine Erzählung, ein Gebet. Er spricht insbesondere durch die Propheten. Sie machen das Wort, das Gott gesprochen hat, in der jeweiligen Stunde und auch für unsere Zeit aktuell, wenden es auf unsere Situation an und helfen uns so beim heutigen Verstehen."(Kardinal Karl Lehmann) Die Weihnachtspredigt von Kardinal Karl Lehmann.
"Kommen Sie, kommen wir alle erst einmal hinein, stellen wir uns erst einmal einfach zu Maria und Josef an die Krippe und staunen über dieses Wunder; stellen wir uns später auch mitgehend und mitleidend mit Maria am Karfreitag unter das Kreuz und jubeln wir noch später am Ostersonntag mit Maria und den Jüngern über die Auferstehung. Dann sind wir im Herzen von Kirche und von hier schaut die Welt, die ganze Welt, plötzlich neu und anders aus und voller neuem Sinn."(Bischof Stefan Oster) Die Weihnachtspredigt von Bischof Stefan Oster
"Liebe Schwestern und Brüder, was der achte Psalm ankündigt, wird auf ganz besondere Weise Wirklichkeit in dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes, im Geheimnis von Weihnachten. (...) Es ist ein selbst in der säkularen Welt so faszinierendes Fest, weil sich darin ein unglaublich positives Zutrauen Gottes in den Menschen zeigt, in dem, was im Menschen an Gutem, an Lebens- und Liebenswürdigem steckt. Es ist ein Ja zum Leben, zur Freude am Leben. Ein Ja zur Familie, zum gegenseitiges Tragen und Ertragen in Freud und Leid. Ein Ja zur gesellschaftlichen Verantwortung füreinander – auch und gerade, wenn es schwer wird und viel von uns abverlangt."(Bischof Karl-Heinz Wiesemann) Die Weihnachtspredigt von Bischof Karl-Heinz Wiesemann.
"In diesen turbulenten Tagen, in denen die Krisengebiete der Erde wachsen und aus den geplagten Ländern viele Flüchtlinge zu uns kommen und um Asyl nachsuchen, sind wir aus dem Weihnachtsgeschehen heraus geradezu verpflichtet, sie willkommen zu heißen und ihre Not zu lindern. Aus den Medien erfahren wir, wie viele Befürworter aber auch Gegner auftreten. Hass, Intoleranz, Ausländerfeindlichkeit und Brutalität haben nichts mit der Weihnachtsbotschaft zu tun. Haben wir den nötigen Mut, Christen zu sein?"(Bischof Friedhelm Hofmann) Die Weihnachtspredigt von Bischof Friedhelm Hofmann.