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Grevenbroicher Standesamt beendet Zusammenarbeit mit Kloster Langwaden

Wegen "Ehe für alle": Keine Hochzeiten mehr im Kloster

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Zisterziensekloster Langwaden
Grevenbroich - Bislang konnten im Kloster Langwaden standesamtliche Ehen geschlossen werden. Wegen der "Ehe für alle" wird die Zusammenarbeit von Stadt und Konvent nun beendet. Die Initiative ging nicht von den Mönchen aus.

Im Zisterzienser-Kloster Langwaden werden künftig keine standesamtlichen Ehen mehr geschlossen. Darauf habe man sich mit der Stadt Grevenbroich "nach respektvollen Gesprächen" geeinigt, sagte der Geschäftsführer des Vereins Zisterzienserkonvent Langwaden, Alois Seimetz, am Dienstag gegenüber katholisch.de. Der Grund sei die vor einem Jahr beschlossene "Ehe für alle", die es prinzipiell möglich macht, dass auch Homosexuelle in dem Saal des Klosters heiraten können. Die nordrhein-westfälische Stadt wollte die Ungleichbehandlung vermeiden, dass sie in Zukunft gleichgeschlechtlichen Paaren absagen muss und habe deshalb das Kloster ganz aus dem Portfolio des Standesamts genommen – auch für heterosexuelle Paare.

Das Gesetz zur "Ehe für alle" ließe sich nicht mit dem Kirchenrecht vereinbaren, begründet Seimetz den Schritt. Das Kloster habe in den Gesprächen mit der Stadt darauf verwiesen, dass es sich bei dieser Hochzeitslocation um einen kirchlichen Ort mit Kapelle handele. Allerdings gebe es noch keinen Präzedenzfall; bislang hätten keine Homosexuellen nach einer Hochzeit im Kloster gefragt, betont er. Die Initiative sei von der Stadt ausgegangen, die eine Ungleichbehandlung von vornhinein ausschließen wolle und das Gespräch mit den Zisterziensern suchte. Die Stadt habe auch den Standpunkt der Mönche verstanden und arbeite im kulturellen Bereich weiterhin mit dem Konvent zusammen.

Seit 2007 standesamtliche Trauungen im Kloster

Zunächst hatte die Neuß-Grevenbroicher Zeitung berichtet, dass Grevenbroich ab 2019 nur noch im historischen Haus Hartmann, in der Villa Krüppel, im Saal des Museums und im Hülchrather Schloss standesamtliche Trauungen anbietet. Durch das Recht auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts habe sich eine andere Ausgangslage ergeben, sagte Bürgermeister Klaus Krützen der Zeitung. "Darauf haben die Mönche zurecht hingewiesen – und daraus hat sich ein Gegensatz entwickelt." Bürgermeister habe auch den Ältestenrat der Stadt über die Entscheidung informiert, die Zusammenarbeit in Sachen standesamtliche Hochzeiten "leider zu beenden". Die Zisterzienser arbeiteten seit 2007 mit der Stadt zusammen und boten den Stefanssaal in der ehemaligen Klosterbibliothek für standesamtliche Trauungen an.

Bis zum Ende des Jahres könnten noch Ehen, "die im Sinne der Kirche sind", in Langwaden geschlossen werden, so Geschäftsführer Seimetz. Zudem werde das Kloster auch weiterhin für reine Hochzeitsfeiern nach einer Eheschließung offen bleiben. Feiern von Hochzeiten, Geburtstagen und Jubiläen seien eine wichtige Einnahmequelle für das Kloster. (luk)

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