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Wenn R2D2 Opas Pfleger wäre...

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Roboter mit Gesicht und Kulleraugen
Darmstadt - Über den demografischen Wandel wird immer wieder diskutiert. Menschen werden älter und brauchen immer häufiger Unterstützung, die die eigene Familie meist nicht leisten kann. Doch in Zeiten des Fachkräftemangels, auch im Pflegebereich, ist ein Platz in einem guten Altenheim nicht immer sofort zu finden. Wäre es da nicht schön, wenn die Arbeit einer Pflegekraft von einem Roboter erledigt werden könnte?

Es ist Schuberts vierte Sinfonie, die auf der Geige in Rolf Stroheckers Händen erklingt, wenn der Bogen sanft über die Saiten gleitet. Er spielt in einem Laienorchester, für das kommende Konzert steht Schubert auf dem Programm. Neben der wöchentlichen Orchesterprobe übt der Rentner auch zu Hause. "Zweimal pro Woche für eine halbe Stunde, mehr machen meine Hände nicht mit", erzählt der fast 90-Jährige, während er sich die Finger reibt.

Seit 2001 lebt Rolf Strohecker im Wohnpark Kranichstein in Darmstadt. Das Altenheim bietet ihm eine individuell eingerichtete Zweizimmerwohnung mit eigenem Bad und kleiner Küche. "Keiner redet mir rein, es sei denn, er will", sagt der Rentner, der auch Vorsitzender des Heimrates ist. Gleichzeitig räumt er aber ein: "Ich bin zwar noch ziemlich fit und kann fast alles alleine erledigen, aber auch ich merke, dass ich älter werde."

Wege sicherer machen

Schwierigkeiten macht ihm zum Beispiel wegen seiner Gleichgewichtsprobleme der nächtliche Gang zur Toilette. Im Dunkel der Nacht nach dem Lichtschalter suchen, mit Schwindel aus dem Bett steigen und dann den Weg ins Bad meistern: "Da habe ich schon manchmal Angst, dass ich fallen könnte." Daher war Rolf Strohecker sofort begeistert, als das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung aus Darmstadt ihn fragte, ob er eine neue Technik testen wolle, die diesen Weg sicherer mache.

Alter Herr sitzt aufrecht im Sessel und spielt Geige
Rolf Strohecker steht mit fast 90 Jahren noch mitten im Leben.

Die Wissenschaftler brachten Sensoren am Lattenrost seines Bettes an. Wenn er nun nachts aufstand, gingen auf dem Weg zum Bad alle Lichter von alleine an. "Und wenn ich wieder im Bett lag, haben die Sensoren das gemerkt und das Licht ging wieder aus", erklärt er. Zusätzlich war an der Garderobe im Flur ein kleiner Bildschirm angebracht, der den Rentner beim Verlassen der Wohnung warnte, wenn die Balkon- oder die Kühlschranktür noch offen stand oder die Kaffeemaschine nicht ausgeschaltet war.

Ein Vierteljahr testete Rolf Strohecker die Technik. Jetzt ist sie zurück im Labor, wo kleine Fehler ausgebessert werden, die ihm im Alltagstest aufgefallen sind. "Aber wenn alles funktioniere, hätte ich die Sicherheit, die mir die Sensoren gegeben haben, gerne zurück", erklärt er mit einem Lächeln. Auf einen menschlichen Pfleger zu verzichten, kann er sich trotzdem nicht vorstellen: "Wenn ich einmal falle, brauche ich ja doch jemanden, der mir wieder aufhilft."

Den Menschen nicht ersetzen

Diese Einschätzung teilt auch Birgit Graf vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung. Ihr Forschungsbereich beschäftigt sich mit Ambient-Assistend-Living, also Robotertechnik, die Pflegern und Senioren das Leben leichter machen soll. Nicht immer eine einfache Aufgabe, sagt sie, denn man müsse zwei wichtige Dinge unter einen Hut bekommen: Die Skepsis der Senioren und den Nutzen für die Pfleger.

"Viele ältere Menschen haben Angst, das Gerät nicht bedienen zu können. Deshalb muss der Roboter intuitiv, möglichst mit Sprache oder ein paar Touchscreen-Klicks zu bedienen sein." Dennoch sei ein Pflegeheim, geführt von Robotern nicht denkbar: "Wo es um verständnisvollen Umgang und Kommunikation mit anderen Menschen geht, kann ein Mensch nicht durch einen Roboter ersetzt werden", ist Birgit Graf sicher.

Einfache Arbeiten, wie etwa Botengänge, könnte die Technik den Pflegern in Zukunft jedoch abnehmen. So hätten diese mehr Zeit individuell auf den einzelnen Bewohner einzugehen. Das Oma und Opa bald von Robotern à la Star Wars gepflegt werden, statt von Pfleger Lars, sieht sie trotz einigen Erfolgen in der Forschung nicht: "Ihre Bedeutung wird immer mehr zunehmen, aber ein Roboter, der im Haushalt alle Arbeiten übernehmen kann, den wird es in den nächsten 50 Jahren nicht geben."

Von Verena Wilhelm

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