Werbung gegen Hetze auf Youtube
Bei der Aktion wird je einer von zehn Clips, der sich nicht überspringen oder wegklicken lässt, gezielt vor einem einschlägigen Video platziert. Neun Flüchtlinge greifen die Vorurteile desfolgenden Video auf: Flüchtlinge seien Terroristen, kriminell, nicht integrationswillig oder wegen des Geldes hier. Die Protagonisten der Videos nennen zunächst Fakten und laden dann die Zuschauer an, lieber auf die Kampagnenseite zu klicken und darüber mehr zu erfahren, als mehr Vorurteile-Videos zu sehen.
"Flüchtlinge Willkommen" vermittelt hauptsächlich Geflüchtete in WGs. Nichts von dem, was Initiatorin Mareike Geiling bei ihrer täglichen Arbeit mit Flüchtlingen erlebt habe, entspreche dem, was in den bösartigen Hetzvideos behauptet wird, heißt es auf der Seite der Aktion. Mit der Videowerbung wolle man etwas gegen Hass und Vorurteile tun und für ein besseres Verständnis füreinander einstehen.
Die "tageszeitung" kritisierte am Donnerstag, dass Betreiber rechter Youtube-Kanäle mit der Werbung vor ihren Clips Geld verdienen, die Aktion "Search racism. Find truth" also zu einem kleinen Teil die Verbreitung rechten Gedankenguts finanziere. Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks gehe es Initiatorin Geiling allerdings auch darum, die Betreiber bestimmter Kanäle durch solche Videos zu zwingen, ihre Online-Kanäle für Werbung zu schließen. Hauptziel der Aktion ist es, die Konsumenten von rechtsradikalen Videos zum Nachdenken anzuregen und am besten sogar umzustimmen, sagt sie. (luk)