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Katholische Pax-Bank will mit Crowdfunding-Plattform Gutes tun

Wo 2 oder 3…

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Köln - Die katholische Pax-Bank will dort anpacken, wo ein Einzelner alleine vielleicht überfordert ist. Deshalb hat sie eine Crowdfunding-Plattform für soziale Projekte gegründet. In Anlehnung an die Worte Jesu trägt sie den Namen "www.wo2oder3.de".

Seit März 2015 ist die Plattform online. Vor wenigen Tagen wurde die Finanzierung der ersten drei Projekte erfolgreich abgeschlossen. Die gesammelten Spenden in Form eines Schecks gingen unter anderem an eine Kita in Litauen. Mindestens 1.500 Euro benötigten die Initiatoren, um dort neue Kühlschränke anzuschaffen. "Nur so bekommen die Kinder dort künftig dauerhaft gutes und ordentliches Mittagessen", sagt Klaus Schraudner, Vorstandsvorsitzender der Pax-Bank, im Interview mit katholisch.de. "Wenn dann noch weitaus mehr zusammenkommt, so wie in diesem Fall, dann ist das eine gute Sache." Insgesamt spendeten die Menschen alleine für das Litauen-Projekt knapp 2.400 Euro.

Die beiden anderen Projekte liegen quasi vor der Haustür der Pax-Bank-Zentrale in Köln. Sowohl eine Kindertagesstätte aus Sankt Augustin als auch der dortige Katholische Kirchengemeindeverbund hatten Ideen eingereicht, die nun mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform finanziert werden. Der Gemeindeverbund erhält über 1.000 Euro, mit dem er Materialien für ein Bibelprojekt anschaffen wird. Die Kita Buisdorf kauft von den gespendeten 900 Euro ein neues Keyboard.

Klaus Schraudner ist seit Sommer 2013 Vorsstandsvorsitzender der Kölner Pax-Bank.

Man wolle einfach für gute Projekte Geld sammeln, begründet Schraudner die Entwicklung der Plattform. "Und wo zwei oder drei sich zusammentun, können sie mehr sammeln, spenden und Gutes bezwecken als ein Einzelner", schlägt er den Bogen zurück zum Bibelzitat, das als Namensgeber zum Einsatz kam. Ausschlaggebend waren aber auch die Anfragen, die an die Pax-Bank gestellt wurden. Da man als kirchliches Geldinstitut fast ausschließlich im gemeinnützigen Sektor unterwegs sei, hätten viele Kunden nach seriösen Spendenmöglichkeiten gesucht.

Das Prinzip der Plattform ist einfach: Mit einer guten Idee meldet man sich zunächst bei dem Portal online an. Das können Stiftungen, Schulen, Kitas oder ähnliche Initiativen tun, solange es für einen guten Zweck ist. Mit Hilfe von Texten, Bildern oder Videos können die Projektinitiatoren dann potenzielle Spender dafür begeistern. Dabei stehen ihnen die Mitarbeiter der Pax-Bank beratend zur Seite, um das Projekt möglichst ansprechend zu präsentieren. "In der ersten Phase werden dann die sogenannten 'Fans' generiert", erklärt Stephan Schäfer, der für die technische Umsetzung bei www.wo2oder3.de verantwortlich ist. Die Phase dauere etwa zwei Wochen und funktioniere ähnlich wie das Facebook-Prinzip mit seinem "Gefällt mir"-Button. Bewerben muss der Initiator sein Projekt allerdings selbst, indem er es beispielsweise in den sozialen Netzwerken verbreitet oder per Mundpropaganda bei Freunden, in der Familie oder Gemeinde ins Gespräch bringt.

Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting

Wenn sich genug Fans als potenzielle Spender gefunden haben, wird die Finanzierungsfunktion freigeschaltet. Jetzt können die Unterstützer die Höhe ihres Beitrags festlegen. Aktuell bittet beispielsweise das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe um Zuschüsse, um den Garten der Einrichtung mit einer "Waldliege" zu bereichern. Und der Kölner Förderschule Rosenzweig fehlen Gelder, um auch im nächsten Schuljahr eine integrative Fußball AG anbieten zu können. Wird die festgelegte Finanzierungssumme bei beiden erreicht, können die Projekte realisiert werden. Sollte es allerdings nicht klappen, erhalten die bisherigen Spender ihr Geld zurück.

Wichtig ist der Pax-Bank, den Unterschied zwischen Crowdfunding und dem immer beliebter werdenden Crowdinvesting zu betonen. Denn während das Investing eine moderne Form der Kapitalanlage ist, bei der die Investoren ihr Geld – wenn möglich mit Gewinn –zurückerhalten, geht es beim Crowdfunding um die Unterstützung einer guten Sache.

In einer Kita in Litauen können mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform neue Kühlschränke angeschafft werden. Der Scheck ist bereits angekommen.

"Mit der Plattform zeigen wir aber auch, dass Kirche innovativ sein und neue Wege mitgehen kann", sagt Pax-Bank-Chef Schraudner. Dem Vorwurf, dass Kirche und Banken doch eigentlich genug Geld besäßen, tritt er entschieden entgegen. Schließlich wären die Gelder der Kirche größtenteils gebunden und das, was zur Verfügung stehe, fließe schon in karitative Einrichtungen. Dennoch gebe es immer Menschen, für die noch nicht genug finanzielle Mittel zur Verfügung stünden.

Homepage ist für Nutzer und Initiatoren kostenfrei

Und genau denen will die Pax-Bank helfen. Um Missverständnissen vorzubeugen, betont Schraudner, dass seine Bank mit der Plattform nicht einen Cent verdient. Ganz im Gegenteil. "Die Homepage ist für die Nutzer und Initiatoren ebenso kostenfrei wie die Beratung durch unsere Mitarbeiter." Stattdessen gebe die Bank in der Anfangsphase für jede erste Spende eines Unterstützers von mindestens 10 Euro einen Betrag von 5 Euro dazu – bis der dafür mit 5.000 Euro gefüllte Spendentopf der Bank aufgebraucht ist. "Wenn es dennoch einmal eng werden sollte und noch etwas Geld zur Finanzierung eines nachhaltigen Anliegens fehlt, werden wir im Vorstand immer die Diskussion suchen, ob nicht noch ein kleiner Zuschuss möglich ist."

Das Ziel der Bank ist es, möglichst viele Projekte über die  Plattform realisieren zu können. "Außerdem wollen wir in der katholischen Welt und darüber hinaus einen Beitrag dazu leisten, dass sich das Crowdfunding als moderne Spendenform etabliert." 30 bis 40 Anfragen hat die Bank aktuell noch auf dem Tisch liegen. Doch für den Pax-Bank-Chef dürfen es gerne noch mehr werden.

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