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Kardinal Reinhard Marx kritisiert rechte Hetze gegen Flüchtlinge

"Worte allein genügen nicht"

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Bonn/Düsseldorf - Kardinal Reinhard Marx hat die rechte Hetze gegen Flüchtlinge scharf kritisiert: Da eine Belehrung der Radikalen nicht genüge, müsse man "die rechtsstaatlichen Mittel anwenden". Auch die Evangelische Kirche in Deutschland positioniert sich deutlich.

Er gehe nicht davon aus, dass radikale Kreise durch Belehrungen zu beeindrucken seien, so Marx weiter. "Wahrscheinlich nicht einmal durch Belehrungen des Herrn Bundespräsidenten und der Frau Bundeskanzlerin." Er wisse nicht, wie er "mit solchen Leuten diskutieren soll". Der Kardinal äußerte sich in der Phoenix-Sendung "Kamingespräch", die am Sonntag um 13.00 Uhr ausgestrahlt wird.

Auch der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens und stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Jochen Bohl, hat seine Kirche klar gegen Rechtsradikale positioniert: "Wir werden uns durch Brandstifter in unserem Engagement nicht einschüchtern oder entmutigen lassen. Es kann keine Rede davon sein, dass der Wohlstand unseres Landes durch die Flüchtlinge bedroht wäre", sagte Bohl der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstag).

In Bezug auf die Brandanschläge der vergangenen Tage sagte er: "Die Evangelische Kirche in Deutschland verurteilt jede Form von Gewalt gegen Menschen und Einrichtungen aufs Schärfste. Flüchtlinge haben ein Recht darauf, als Menschen in Not Hilfe und Unterstützung zu erhalten."

Bereits am Dienstag hatte der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber in einem Gastkommentar der "Bild"-Zeitung geschrieben, dass es ein Skandal sei, wenn "um eine Unterkunft für Hilfesuchende eine Sicherheitszone errichtet werden muss". Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister forderte ähnlich wie Kardinal Marx, mit allen rechtsstaatlichen Mitteln dafür zu sorgen, "dass die schändlichen Übergriffe aufhören". Meister zeigte sich überzeugt, dass die große Mehrheit der Deutschen Flüchtlinge willkommen heiße. (bod/KNA)

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