Zahl der getöteten Journalisten geht zurück
Im zuende gehenden Jahr sind mindestens 74 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. Die gefährlichsten Länder für Medienschaffende waren Syrien, Afghanistan, Mexiko, der Irak und der Jemen, wie die "Reporter ohne Grenzen" am Montag im zweiten Teil ihrer "Jahresbilanz der Pressefreiheit" mitteilten. Rund zwei Drittel der gewaltsamen Todesfälle im laufenden Jahr entfielen auf Kriegs- und Konfliktregionen.
Unter den Getöteten sind den Angaben zufolge 57 professionelle Journalisten, neun Bürgerjournalisten und acht Medienmitarbeiter. Drei Viertel von ihnen wurde gezielt angegriffen. Dies sei "besonders erschreckend", so die Vorstandssprecherin der Organisation, Britta Hilpert.
Trotz gesunkener Opferzahl: Keine Entwarnung
Im Jahr 2015 wurden laut Bilanz der Reporter ohne Grenzen mindestens 101 Medienschaffende getötet, darunter 67 professionelle Journalisten. Der deutliche Rückgang in diesem Jahr gebe jedoch keinerlei Anlass zur Entwarnung: Er erkläre sich vor allem dadurch, dass aus einigen Ländern viele Journalisten geflohen seien, weil die Fortsetzung ihrer Arbeit dort zu gefährlich gewesen wäre.
Dies gelte insbesondere für Syrien, den Irak, Libyen, den Jemen, Afghanistan und Burundi, so die Reporter ohne Grenzen. "Damit fehlen gerade aus Ländern mit akuten politischen Konflikten unabhängige Informationen, die es auch der Weltöffentlichkeit ermöglichen würden, sich ein verlässliches Bild von der Lage dort zu machen." (KNA)
Laut dem Jahresbilanz 2015 der "Reporter ohne Grenzen" wurden im vergangenen Jahr über 100 Journalisten getötet. Dazu zählen auch die Opfer des Anschlags auf "Charlie Hebdo". (Artikel von Dezember 2015)