ZdK-Generalsekretär für Abschaffung der Uhrzeitumstellung
Der Generalsekretär des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), Stefan Vesper, spricht sich gegen eine dauerhafte Einführung der Sommerzeit aus. In einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der "Salzkörner" betont Vesper, dass die Entscheidung über eine Abschaffung der Uhrzeitumstellung im Frühjahr und Herbst ein "ernst zu nehmendes sozialethisches Thema". Eine Änderung müsse intensiv europapolitisch diskutiert werden; dabei müsse auch über eventuell neu zu schaffende Zeitzonen innerhalb der EU geredet werden.
Eine "ewige Sommerzeit" sei mit Problemen verbunden, so Vesper, da "Kinder im Winter über zehn Wochen länger im Dunkeln zu Kindergarten oder Schule" gehen müssten, "und dies im Berufsverkehr". Der ZdK-Generalsekretär fordert in der Debatte, ökosoziale und chronobiologische Forschungen zu berücksichtigen. Er selbst spricht sich für eine dauerhafte Einführung der Normalzeit aus, die derzeit am letzten Sonntag im Oktober beginnt und am letzten Sonntag im März endet: "Es gibt nur eine verantwortbare, vernünftige und ökobiologische Lösung, nämlich die Wiedereinführung der dauerhaften Normalzeit, wie sie der Mensch hierzulande seit Jahrhunderten kennt, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ)."
Konsultation der EU-Kommission brachte Mehrheit für dauerhafte Sommerzeit
Auf europäischer Ebene haben sich die Kirchen nicht zu einer eventuellen Abschaffung der Uhrzeitumstellung positioniert. Gegenüber katholisch.de sagte ein Sprecher der EU-Bischofskommission COMECE, dass es dazu bisher noch keine Position gebe. Falls es zu einer Positionierung kommen werde, erfolge diese erst im Zuge von Stellungnahmen der einzelnen EU-Staaten zu einem konkreten Gesetzgebungsverfahren.
Hintergrund der Diskussion ist ein Online-Konsultationsverfahren, das die EU-Kommission im Juli und August durchgeführt und damit die Uhrzeitumstellung zur Debatte gestellt hatte. Bei der Online-Abstimmung hatten sich 84 Prozent für eine Abschaffung ausgesprochen. 56 Prozent sprachen sich für eine dauerhafte Sommerzeit aus, während 36 Prozent eine dauerhafte Umstellung auf die Winter- oder Normalzeit bevorzugten. Insgesamt gingen 4,6 Millionen Antworten von EU-Bürgern und Institutionen ein. Die EU hat über 500 Millionen Einwohner; damit haben sich weniger als ein Prozent ihrer Bürger daran beteiligt. 70 Prozent der Antworten kamen aus Deutschland, wo aufgrund der zentralen geographischen Lage eine Abschaffung zu weniger extremen Effekten als in Ländern im äußersten Osten und Westen der EU führen würde. (fxn)