06. November
Leonhard von Limoges zählt zu den wandelbaren Volksheiligen, die (fast) alles können. Der Legende nach wurde er als Sohn einer fränkischen Adelsfamilie in Orléans geboren. Sein Erzieher soll kein Geringerer als Bischof Remigius von Reims gewesen sein. Leonhard sei so bescheiden und demütig gewesen, dass er eine angebotene Bischofsweihe ablehnte. Stattdessen habe er sich als Einsiedler in einen Wald nahe Limoges zurückgezogen, um sich ganz dem Gebet zu widmen. Auf der Suche nach Rat und Heilung seien viele Gläubige zu Leonhards kleiner Zelle hinausgezogen. Seine besondere Sorge aber habe den Gefangenen gegolten, sodass Leonhard beim König zahlreiche Freilassungen erwirkt haben soll. Manchmal soll allein die Anrufung seines Namens gereicht haben, um die Fesseln zu sprengen. Später wurden die Ketten der Gefangenen als Viehketten gedeutet – und Leonhard stieg zum heiligen Experten für Nutztiere auf. Einmal sollen bei der Königin während einer Jagd in der Nähe von Leonhards Zelle die Wehen eingesetzt haben. Durch sein Gebet habe Leonhard dem Königspaar zur glücklichen Geburt eines Sohnes verholfen. Als Dank habe er ein Waldstück erhalten, auf dem Leonhard ein Kloster errichtete – das heutige Léonard-de-Noblat.
Hl. Leonhard von Limoges teilt den 06. November mit:
Christine von Stommeln (Kirsten, Kerstin, Kirstin, Kristina, Christine, Christina)
Christine von Stommeln, 1242 in der Nähe von Köln geboren, hatte mit 11 Jahren die erste Vision Christi, dessen Leiden sie in der Folge immer wieder miterlebte. Die Wundmale, die sie an Haupt, Händen und Füßen bis zu ihrem Tod am 6. November 1312 im Alter von 70 Jahren trug, sind mehrfach historisch bezeugt. Die Mystikerin lebte als Begine, als Mitglied einer religiösen Vereinigung nicht verheirateter Frauen und Witwen, die um 1200 in den Niederlanden entstanden war und sich Werken der Nächstenliebe, frommen Übungen und dem Unterricht widmete. Die zu der spätmittelalterlichen Reformbewegung gehörenden Laienschwestern wurden im Spätmittelalter von der Inquisition als "Häretikerinnen" verfolgt und 1311 als "antiklerikale Laienbewegung", verboten, weil sie gegen die kirchliche Hierarchie auftraten.
Zum ProfilHl. Modesta
Modesta von Trier, + 4.11. Ende 7. Jhdt, siehe 4.11.
Protasius von Lausanne
Protasius war im 7. Jahrhundert Bischof von Lausanne in der Schweiz.
Sibylle
Sibylle Rodenbaum war die geachtete Äbtissin und Reformerin des Klosters St. Johannis bei Trier. In der schrecklichen Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der längst zu einer rein politischen Auseinandersetzung ausgeartet war, kämpfte sie um das Überleben ihres Klosters. Das Ende des fürchterlichen (angeblichen) Glaubenskrieges, in dessen Verlauf das katholische Frankreich mit dem evangelischen Schweden Seite an Seite gegen den katholischen Kaiser und seine Verbündeten kämpfte, erlebte sie nicht mehr. Sie starb am 6. November 1644.