14. Oktober
Burkhard von Würzburg, ein angelsächsischer Benediktinermönch, war um 735 als Gefährte des Winfried Bonifatius auf das Festland gekommen und wurde von diesem 741 zum ersten Bischof von Würzburg geweiht, wo er das Andreaskloster und den Salvatordom, in den er die Gebeine des hl Kilian (siehe 8.7.) überführte, errichten ließ. Da altgermanische religiöse Vorstellungen im Volk noch sehr tief verwurzelt waren, musste er als Glaubensbote in Mainfranken und Thüringen fast unüberwindliche Schwierigkeiten überwinden, wurde aber, trotz vieler Enttäuschungen, schließlich doch noch mit großen Erfolgen belohnt. Zweimal war der auch von weltlichen Großen geschätzte Kleriker in höherem Auftrag nach Rom gereist, 743 nahm er an dem vom hl Bonifatius (siehe 5.6.) einberufenen "Concilium Germanicum" teil. Als seine Kraft erschöpft war, zog er sich mit sechs Gefährten in eine Zelle in Hohenburg im Odenwald zurück, wo er seine letzten Jahre verbrachte. + 754. - Am 14.10.986 wurden seine Gebeine in der Kirche des von ihm gegründeten St. Andreas-Klosters (heute St. Burkhard) in Würzburg beigesetzt. Burkhard ist Schutzheiliger gegen Rheuma und Gliederschmerzen sowie gegen Stein- und Nierenleiden. Bauernregel: "Sankt Burkhard Sonnenschein, schüttet Zucker in den Wein."
Burkhard teilt den 14. Oktober mit:
Hildegund von Münchaurach (Hildegund, Hildegunde, Hilde, Hildgund, Hiltegund)
Hildegund von Münchaurach lebte um 1110/1120. Sie wurde, obwohl sie das Gelübde der Jungfräulichkeit abgelegt hatte, von ihrem Vater zu einer Heirat gezwungen. Sie starb noch am Tag ihrer Hochzeit. Der tief betroffene Vater stiftete daraufhin ein Kloster.
Hl. Kallistus I. (Calixtus, Kalistus)
Kallistus' (217-222) kirchenpolitische Widersacher erzählten über die Vergangenheit ihres Gegner Folgendes: Er sei ursprünglich Sklave eines christlichen Herrn namens Carpophorus gewesen, dessen Geld er bei Finanzspekulationen verloren habe. Daraufhin sei er zur Zwangsarbeit in sardinischen Schwefelminen verurteilt worden. Erst drei Jahre später sei Kallistus freigelassen worden – ausgerechnet auf Fürsprache Marcias, der christlichen Geliebten des Kaisers. Ob die Gerüchte stimmen, ist unklar, denn es existieren keine anderen Quellen über Kallistus' Vorleben. Klar ist, dass er aus sozial niedrigen Verhältnissen stammte und 217 Bischof von Rom wurde. Konservative Kreise reagierten empört: Kallistus galt nicht nur als besonders lebensfroh, sondern wurde von vielen der Irrlehre und Laxheit beschuldigt. Es kam zur ersten schismatischen Aufstellung eines römischen Gegenbischofs. Tatsächlich führte Kallistus aufsehenerregende Änderungen ein: So ließ er etwa reuige Mörder zur Kommunion zu, akzeptierte Eheschließungen zwischen Sklaven und Freien oder gestattete Wiederverheiratung nach Tod eines Ehepartners. Einer späteren Legende zufolge starb Kallistus als Märtyrer.