16. Oktober
Hedwig von Schlesien (1174-1243) kannte Schmerz, Verlust und Flucht – und wurde zur Patronin der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen. Ihr Vater, Graf Berthold von Andechs, war ein ambitionierter Herrscher, der seine Töchter strategisch verheiratete: Agnes wurde die Ehefrau des französischen Königs Philipps und aus Gertruds Ehe mit dem Ungarnkönig Andreas ging die berühmte Elisabeth von Thüringen hervor. Hedwig wiederum wurde im Alter von zwölf Jahren mit dem vielversprechenden Heinrich I. aus der Dynastie der Schlesischen Piasten verheiratet. Obwohl an dem Herrscherhof auch Deutsch gesprochen wurde, wollte Hedwig auch die polnische Sprache der Bevölkerungsmehrheit lernen. Sie unterstützte die Bedürftigen, engagierte sich in der Krankenpflege und gründete Frauenklöster. Hedwig selbst lebte anspruchslos und bescheiden. Das Herrscherpaar hatte sie sieben Kinder, von denen jedoch vier früh starben. Die Tochter Gertrud floh vor ihrem gewalttätigen Ehemann ins Kloster und der Sohn Konrad verunglückte auf der Jagd. Nach dem Tod ihres Mannes 1238 trat Hedwig in das von ihr gegründete Kloster Trebnitz ein, musste aber 1241 vor den Mongolen an die Oder fliehen. Ihr letzter Sohn Heinrich II. fiel in der Schlacht bei Liegnitz. Hedwig starb 1243 und wurde bereits 1267 heiliggesprochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten vertriebene Schlesier die Hedwig-Verehrung in ihre neuen Pfarrgemeinden. Heute ist Hedwigs Grabstätte in Trebnitz der zweitgrößte Pilgerort Polens.
Hl. Hedwig teilt den 16. Oktober mit:
Gordon
Gordon lebte zu einer nicht mehr feststellbaren Zeit als Einsiedler im Hennegau. Er wurde von Hunnen (oder Normannen ?) ermordet.
Hl. Gallus
Gallus gehörte zu den zwölf Mönchen, die um das Jahr 550 aus Irland gemeinsam mit Kolumban (siehe 23.11.) als Glaubensboten auf das Festland gekommen waren. Zuerst missionierten sie in Gallien, dann kamen sie zu den Alemannen in das Gebiet der Alpen. Doch ihre Predigten waren nicht von Erfolg begleitet. Kolumban zog weiter nach Italien, Gallus blieb, da seine Gesundheit angeschlagen war, zurück. In einer einsamen Gegend südlich des Bodensees, baute er sich eine Klause. Im Lauf der Zeit wurde der Einsiedler zu einem begehrten Ratgeber für das Volk. Alle Anträge, Bischof oder Abt zu werden, lehnte er ab. Er war glücklich und zufrieden in seinem Wald, wo sich inzwischen eine Schar Gleichgesinnter um ihn gesammelt hatte. Am 16. Oktober 640 starb er. Über dem Grab des Einsiedlers entstand in der Folge die Abtei St.Gallen. Und schließlich wurden auch die hier entstehende Stadt und ein Kanton nach ihm benannt.
Hl. Lullus
Lullus, der um 737 aus England gekommen war, wurde der erste Erzbischof von Mainz. + 16.10.786.
Hl. Margareta Maria Alacoque (Margaretha, Margarete, Marguerite, Margot)
Margareta Maria (Marguerite-Marie) Alacoque, 1647 in der Stadt Lauthecour (Bourgogne) als Tochter eines Richters geboren, musste schon als Kind schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Als sie 8 Jahre alt war, starb der Vater; mit 10 Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung, von der sie aber einige Jahre später plötzlich auf unerklärliche Weise geheilt wurde. Sie war glücklich, als sie 1671 in den Orden der Salesianerinnen aufgenommen wurde. Nach dem Eintritt ins Kloster häuften sich ihre schon vorher aufgetretenen Visionen und Ekstasen. Am 16. Juni 1675 erblickte die Ordensfrau in einer Vision Jesus Christus, der ihr auftrug, den Freitag nach dem Oktavtag von Fronleichnam als Herz-Jesu-Freitag (als Symbol seiner Liebe zu den Menschen) einführen zu lassen. Obwohl die Mystikerin schwersten Anfeindungen ausgesetzt war, verfolgte sie ihr Ziel, die Verbreitung der Andacht zum heiligsten Herzen Jesu bis an ihr Lebensende. Doch als sie am 16. Oktober 1690 starb, war ihre Aufgabe noch immer nicht erfüllt. Es vergingen mehr als 150 Jahre, bis Papst Pius IX. um die Mitte des 19. Jhdts das Herz-Jesu-Fest offiziell einführte. Seither wird das Herz-Jesu-Fest jeweils am dritten Freitag nach Pfingsten gefeiert.