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18. Oktober

War der Evangelist Lukas ein Arzt, der Paulus auf seinen Reisen begleitete? Oder vielleicht sogar einer der weiteren Jünger Jesu? Diese Traditionen werden von der heutigen Forschung nicht mehr geteilt. Fest steht jedoch, dass Lukas ein genialer Schriftsteller war, der sich einer Mammutaufgabe stellte: Raum schaffen für Christus im Römischen Reich. Aber wie einen Mann verkündigen, der als politischer Rebell von den Römern schmachvoll hingerichtet wurde? Um das Jahr 90 verfasste Lukas mit dem Evangelium und der Apostelgeschichte sein berühmtes Doppelwerk. Obwohl er sich darin hauptsächlich an Heidenchristen wendet, baut er seine Schrift eng auf dem Alten Testament auf. Nach den Regeln der antiken Historiographie erzählt Lukas kunstvoll in seinem Evangelium die Geschichte des zu Unrecht verurteilten Gottessohnes. Dabei betont er die barmherzige Zuwendung Jesu zu den sozial Ausgestoßenen, stellt den Glauben vorbildlicher Römer vor und warnt vor den Gefahren des Reichtums. Wahrscheinlich zählten zu der von Lukas angesprochenen Gemeinde auch relativ Wohlhabende. In der Apostelgeschichte schreibt er über die Ausbreitung des Glaubens und berichtet von Paulus' Missionsreisen. Wie schon zuvor Jesus, so wird auch Paulus zu Unrecht festgenommen – hier endet die Apostelgeschichte. Mit diesem Kniff versetzt Lukas seine Leser interaktiv in die Rolle eines Richters: Dank des Doppelwerks wissen sie, dass Paulus unschuldig ist und müssen ihn "freisprechen". Wer aber die Ausbreitung des Glaubens im Römischen Reich rechtfertigt, dessen Leben nimmt eine neue Wendung – vielleicht sogar als Christ. Bis heute gilt der Evangelist Lukas als Patron der künstlerischen Berufe.

Namenspatron für

Luca

Luc

Luke

Hl. Lukas teilt den 18. Oktober mit:

Gwenn (Gwen, Gwenda, Gwendolyn, Gwennifer, Jennifer, Wenn)

Gwenn war vermutlich Königin im damals noch keltischen Cornwall und eine eifrige Förderin des jungen Christentums. + vor 500.

Joël

Joël trat wahrscheinlich erst nach dem Babylonische Exil als Prophet auf. Er war wohl mehr ein Visionär als ein Realpolitiker. Seine Botschaft war optimistisch, da seiner Ansicht nach die Menschen durch Unglück zur Besinnung und Reue gelangen müssten und Gott ihnen dann sein Erbarmen schenken würde.

Justus von Beauvais (Just, Jost)

Justus von Beauvais erlitt als Neunjähriger das Martyrium. Er hatte mit seinem Vater einen gefangen gehaltenen Onkel befreit und war danach mit ihnen davongerannt. Als sie merkten, dass sie verfolgt wurden, versteckten sich die beiden Erwachsenen, während der Knabe unbekümmert auf der Straße weiterging. Doch er wurde von den Verfolgern gefasst und, obwohl er noch ein Kind war, bald darauf enthauptet. + 287

Petrus von Alcántara (Peter, Pedro, Perez)

Petrus von Alcántara, geboren 1499 in einem Vorort von Lissabon, trat 1515 in den Franziskaner-Orden ein; 1542 gründete er die überaus strenge Reformkongregation der "Alcantariner" (Barfüßerorden). Er unterstützte maßgeblich die Reformarbeit der Teresa von Ávila. Der zu sich selbst äußerst strenge Ordensmann gehörte zu den angesehensten Persönlichkeiten seiner Zeit und hatte großen Einfluss auf alle Gesellschaftsschichten des Landes. +18.10 1562. Er ist Patron von Brasilien

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