19. Oktober
Paul vom Kreuz (1694-1775) hatte es eilig – doch der Papst hatte keine Zeit für diesen Einsiedler. Schon als Kind zeigte der Kaufmannsohn Paul eine besondere Faszination für das Gebet. Mit 19 Jahren machte er dabei eine Bekehrungserfahrung, die er als "Eingreifen der Gnade" bezeichnete. Daraufhin schlug er eine vorteilhafte Heirat aus und verzichtete auf sein Erbe, um sich ganz Gott zu widmen. 1720 entdeckte Paul in einer mystischen Schau seine Berufung, eine neue Gemeinschaft zu gründen. Das zukünftige Ordensgewand kannte er bereits aus dieser Vision und kurz darauf verfasste er die Ordensregel. Um die päpstliche Anerkennung zu erhalten, reiste Paul mit diesen sehr konkreten Vorstellungen nach Rom – Innozenz XIII. aber empfing ihn erst gar nicht. Erst von dessen Nachfolger Benedikt XIII. erhielt Paul die Erlaubnis, Gefährten zu sammeln. 1737 entstand die erste offizielle Niederlassung der "Kongregation vom Leiden Christi" (Passionisten). So kontemplativ und streng die Mitglieder selbst lebten, so tatkräftig und ansprechbar sollten sie für ratsuchende Menschen sein. Paul hinterließ zahlreiche geistliche Schriften, hielt Volksmissionen ab und gilt als einer der erfolgreichsten Prediger des 18. Jahrhunderts. Er starb am 18. Oktober 1775 zu Rom und wurde 1867 von Papst Pius IX. heiliggesprochen.
Hl. Paul vom Kreuz teilt den 19. Oktober mit:
Frideswida von Oxford (Frida, Frideswinda, Frieda)
Frideswida, eine angelsächsische Königstochter, floh vor einer aufgezwungenen Heirat nach Oxford, gründete hier in der Folgezeit ein Kloster und gelangte zu hohem Ansehen. Sie wurde schließlich zur Patronin von Universität und Stadt Oxford ernannt. + um 735.
Hl. Johannes de Brébeuf (Jean)
Jean (Johannes) de Brébeuf, ein Mann von ungeheurer Größe und Körperkraft, war 1617 dem Jesuitenorden beigetreten. 1625 ging er in die Mission zu den Indianern in dem damals französischen Kanada. In Québec entstand die erste Jesuitenmission. Dann zog er an den Huron-See, wo er eine weitere Missionsstation errichtete. Doch 1629 geriet er mit seinen Mitbrüdern in die Gefangenschaft englischer Piraten. Erst vier Jahre später konnte er zu den Huronen zurückkehren und die Missionsstation wieder aufbauen. Er verfasste einen Katechismus in der Huronensprache sowie ein Wörterbuch und eine Grammatik. Doch als in Nordamerika der Konflikt zwischen Frankreich und Großbritannien wieder ausbrach, wurden auch die Indianer in die Auseinandersetzung hineingezogen. Von den Briten aufgehetzte Irokesen überfielen und vernichteten die unter jahrelangen Mühen aufgebaute Missionsstation. Die Missionare stellten sie an den Marterpfahl. Jean de Brébeuf starb am 16.März 1649.
Isaak Jogues
Isaak Jogues war 1624 in den Jesuitenorden eingetreten und 1636 als Indianermissionar nach Kanada gegangen. Er missionierte erfolgreich bei den Huronen, fiel dann gemeinsam mit dem Missionshelfer René Goupil (siehe 26.9.) in die Hände der den Franzosen feindlich gesinnten Irokesen. Erst nach 12 Monaten qualvoller Gefangenschaft, als sein Gefährte bereits nicht mehr am Leben war, konnte Isaak Jogues fliehen. Er kehrte nach Frankreich zurück, ließ sich aber nicht davon abhalten, wieder als Missionar nach Kanada zu gehen. Im Auftrag des französischen Gouverneurs begab sich der mutige Mann unter Lebensgefahr zu den Irokesen und brachte wider alle Erwartungen einen Frieden zwischen Mohawks und Franzosen zustande. Ja, er konnte sogar mit Erfolg bei den Mohawks missionieren. Doch eine Missernte und eine Epidemie ließen die Stimmung jäh umschlagen. Der Missionar wurde mit seinen Begleitern an den Marterpfahl gebunden und starb am 18.Oktober 1646 eines qualvollen Todes.
Laura von Córdoba
Laura war Äbtissin eines Klosters in Córdoba. Sie starb im Jahr 864 als Märtyrin der maurischen (arabischen) Christenverfolgungen.